Ich bin eine Mama. Und ich bin immernoch ich.

Zum Start meines Blog wollte ich eigentlich nur kurz erklären, wie ich auf den Titel mum and still me gekommen bin. Je mehr ich aber darüber nachgedacht habe, wo ich dabei anfange, desto mehr wurde klar:

Es wird sehr persönlich und es wird ein bisschen sentimental.

Ich will euch schreiben, wie es mir ging, als da plötzlich dieses wunderbare kleine Menschlein in meine Arme gelegt wurde und wie schwer es mir anfangs fiel, in der neuen Rolle Mama anzukommen.

img_3021Nach einer wunderbaren, rundum entspannten Schwangerschaft kam alles plötzlich ganz anders als gedacht. Ganz bewusst hatten wir uns für eine Geburt zu Hause entschieden. Der Kleine war während der ganzen Schwangerschaft gesund und munter, so dass aus medizinischer Sicht nichts dagegen sprach. Begleitet wurde ich schon im Vorfeld von der liebevollen Hausgeburtshebamme Melanie Bredow. Für mich war klar: sollte es nur den geringsten Zweifel geben oder irgendwas nicht ganz so gut laufen, wie gedacht, dann steht der Umzug ins Krankenhaus an. So kam es dann auch, noch bevor die Geburt in vollem Gange war. Die Herztönchen waren ein bisschen zu schwach, um zuhause zu bleiben.

Im Krankenhaus sah es dann zuerst danach aus, als ob alles schnell gehen würde. Kaum angekommen ging es in die Vollen. Aber aus “er ist bestimmt in den nächsten zwei Stunden spätestens da” wurden dann doch fünf unfassbar anstrengende Stunden. Ich war am Ende meiner Kräfte und die diensthabende Ärztin sah schließlich nur den Ausweg: Kaiserschnitt. So erschöpft wie ich war, hat mich das zu dem Zeitpunkt nicht einmal groß gestört.

Kurz darauf war er da.

img_3289Dieses erste Schreien, das etwas tief in mir aufgewirbelt hat und eine Welle nie dagewesener Emotionen losgelöst hat.

Es war ein kurzer Glückmoment, dann wurde er nebenan ins Behandlungszimmer getragen. Es ging so schnell, dass ich mich heute nicht mehr daran erinnern kann, wie er aussah, als sie ihn mir zum allerersten Mal gezeigt haben. Flüssigkeit in der Lunge, das Fruchtwasser musste abgesaugt werden. Auf dem OP Tisch betäubt liegend hörte ich ihn schreien, schimpfen, husten und brüllen – und ich konnte nicht zu ihm. Schießlich endlich die Erleichterung: dem Kindchen geht es gut. Er wurde mir nach etwa einer Stunde gebracht und wir beide konnten erst einmal die nächsten zwei Tage ausruhen und uns beschnuppern.

Und dann auch noch das: Infektionswerte im Blut des Kleinen, ab auf die Neugeborenenintensivstation, dort fünf Tage Aufenthalt.

Ein Nebel aus Sorgen und Müdigkeit.

Letzten Endes durften wir nach insgesamt einer Woche nach Hause. Endlich.

Ich weiß nicht warum es mir dann so schwer fiel, endlich das Wochenbett zuzulassen. Meine Hebammen Melanie und später dann ihre Urlaubsvertretung Sissi Rasche (auch so eine tolle Frau!) versuchten ihr Bestes, mich zum Ausruhen, Kuscheln und Liegen zu bewegen. Ich konnte nicht. Ich musste was machen. Ich hatte Hummeln im Hintern.

Und so glücklich ich mit dem Kleinen war – dieses unfassbare, große und nie vorher dagewesene Glück über dieses kleine Muckelchen, das zufriedene Schnaufen, die winzigen Fäustchen, den Duft des Köpfchens und die innigen Momente – ich vermisste trotzdem ganz extrem meine Freiheit und meinen Schlaf. Und fühlte mich schlecht dafür.

Heute weiß ich: es geht wohl mehr Frauen so, als man denkt. Ich bin ein großer Fan des Hebammenblog.  Darin schreibt Jana Friedrich:

“Ungefähr 80% der Wöchnerinnen „leiden“ unter dem Babyblues, der oft am dritten Wochenbetttag beginnt. Dieser Zustand, der einen Tag bis zu ungefähr eine ganze Woche dauern kann, ist völlig normal und gehört zur Umstellung nach der Geburt.”

Und:

“Dass Wöchnerinnen so sensibel und „durchlässig“ sind, erhöht wahrscheinlich die Liebesbereitschaft für das Neugeborene. So wie auch die Geruchsempfindlichkeit dazu dient das Baby am Geruch zu erkennen und diesen gleichsam „auswendig“ zu lernen.”

img_3518Und so war es dann auch. Wir haben uns eingespielt und ich habe mir Stück für Stück auch Freiräume geschaffen, war bald darauf wieder mit einer Freundin abends Essen, später gab es dann mal Wellness Tage oder erste Wochenendtrips ohne den Kleinen. Und jetzt, beinahe 15 Monate später, bin ich kurz davor wieder zu arbeiten und der Kleine lernt gerade, sich in der KiTa zurecht zu finden – und ich muss lernen, so lange am Stück ohne ihn auszukommen. Aber das ist ein anderes Thema…

Um zum Anfang zurück zu kommen:

Ja, ich bin Mama. Und ich liebe, liebe, liebe es! Es klingt nach einem fürchterlichen Klischee: aber es ist das Beste, was mir je passiert ist. Dieser kleine Muckel macht mich überglücklich.

Und ja: ich bin immernoch einfach ich. Egal ob Mädelsabende, gutes Essen, Mode und Design, draußen sein oder einfach bei einem Gläschen Wein ein gutes Buch lesen – meine Freiräume sind mir nach wie vor sehr wichtig und bleiben es auch.

Und darum wird es auch in meinem Blog mum and still me gehen:

über die Dinge, die unser Mamasein ausmachen und bereichern. Ihr findet zukünftig auf diesen Seiten leckere Rezepte (auch meistens Kleinkind geeignet), schöne Sachen die uns den Alltag versüßen, zauberhafte Tipps und Ideen für die Kleinsten. Ich werde euch meine Lieblingsshops, Bars und Cafés zeigen, starke, wunderbare Mums vorstellen und nicht zuletzt erzähle ich euch Geschichten aus meinem Leben als arbeitende Mama eines heißgeliebten Wirbelwindes.

Viel Spaß beim Lesen

Eure Sabine

Ich bin eine Mama. Und ich bin immernoch ich.

Mum’s Auszeit: verdammt gut frühstücken!

Ich bin eine Mama. Und ich bin immernoch ich.

Lieblingsdings: Mein kleiner Wald

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