Test: Windeln und Öko?

img_9983Nie, nie, niiiiie werde ich so wie die anderen Eltern und rede ständig über das große Geschäft meiner Nachkömmlinge. Sprach das kinderlose Ich. Heute kann ich darüber nur müde lächeln. Gerade wenn die Kleinen noch winzig sind und von Koliken und Bauchweh geplagt werden, ist das tägliche Business eines der wichtigsten Themen überhaupt. Mehr als 6.000 Windeln verbrauchen Eltern im Schnitt, bis ihr Kind mit ihm Schnitt zweieinhalb Jahren trocken ist. Grund genug, sich über die gigantische Müllproduktion, die damit einher geht, Gedanken zu machen. Aber welche Alternativen zu Plastikwindeln einerseits und Stoffwindeln auf der anderen Seite gibt es?

Was steckt hinter Ökowindeln?

Ich sage es so, wie es ist: mir persönlich wären Stoffwindeln zu aufwändig. Also Wegwerfwindeln. Als ökologisch verträglichere Alternative gelten so genannte Ökowindeln. Sie sollen vollkommen biologisch abbaubar sein und damit die Umwelt schonen. Ich habe drei verschiedene Modelle auf Herz und Nieren getestet, nämlich die Windeln von Naty, Lillydoo und DM.


img_9985Naty

Ökofaktor: Naty ist laut Website “der führende Windelhersteller, der seine Öko-Bestandteile vollständig deklariert”. Die Windeln sind vollständig ungebleicht, enthalten weder Latex noch Duftstoffe oder TBT (Tributylzinn) und sind hypoallergen. Die Windeln sind allerdings leider nicht vollständig kompostierbar.

Beschaffenheit im Test: Die Windel fühlt sich gut an, nicht nach spröder Pappe wie befürchtet. Eben eine “normale” Windel. Sie hält dicht und hat ein schönes schlichtes Design. Das erste Päckchen, das ich getestet habe, enthielt Windeln, bei denen der Klettverschluss vorne immer abgerissen ist. Nach einer kurzen Mail an den Hersteller erhielt ich direkt eine Entschuldigung und Ersatz – diesmal mit top sitzenden Windeln.

Preis pro Windel: 39 Cent (27 Stück kosten 10,49 Euro)

DM Babylove Öko-Windeln

Ökofaktor: Die Windeln haben einen chlorfreien Saugkern und das Viskose-Außenvlies ist frei von Naturlatex und dermatologisch geprüft. Die Rohstoffe sind zu 50 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Kompostierbar ist auch sie nicht vollständig.

Beschaffenheit im Test: Holt man die Windel “frisch” aus der Packung fühlt sie sich zunächst ein wenig starr an, das gibt sich aber sofort mit dem Anziehen. Leider war die Windel bei unserem Kleinen im Härtefall nicht ganz dicht – allerdings steckt er wohl gerade auch in einem Wachstumsschub. Trotzdem nehme ich für die Nacht dann lieber eine saugfähigere Windel.

Preis pro Windel: 18 Cent (42 Stück kosten 7,35 Euro)

Lillydoo

Ökofaktor: Lillydoo Windeln sind ebenfalls aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft. Sie enthalten keine Parfüme, Lotionen und Farbstoffe und sind latexfrei. Die Bio-Verpackungsfolie ist vollständig kompostierbar, die kompletten Windeln scheinbar aber ebenfalls nicht.

Beschaffenheit im Test: Superweich und anschmiegsam, sitzt gut, passt perfekt. Außerdem kann man zwischen verschiedenen schönen Designs wählen. Hält gut dicht.

Preis pro Windel: 28 Cent (49,50 Euro für 174 Windeln im Abo)


img_9984Fazit

Auch wenn ich Abonnements persönlich sehr nervig finde, haben mich die Lillydoo Windeln tatsächlich überzeugt. Sie liegen preislich im Mittelfeld und sind damit für mich gerade noch so okay. Überzeugt hat mich vor allem, dass sie so weich sind. Da können die anderen Beiden einfach nicht mithalten. Und gerne wäre ich einfach bei meinen DM Ökowindeln geblieben, die ich zuvor genutzt habe und im Alltag auch ausreichend finde. Aber ich will mich halbwegs darauf verlassen können, dass die Windel dicht hält und das war leider nicht der Fall.

Überraschend für mich war, dass die Windelhersteller zwar alle auf nachhaltige Rohstoffe achten und soweit möglich auch für eine Kompostierbarkeit der Windeln sorgen – aber 100 Prozent Öko scheint es wohl letzten Endes doch nur bei der Stoffwindel zu geben.

Verrückterweise bin ich bei der Recherche darauf gestoßen, dass bei den Lillydoo Windeln meine Hebamme Sissi Rasche beteiligt ist. Die Welt ist ein Dorf. Oder so. Umsoweniger wundert mich das tolle Ergebnis. An der Stelle will ich nur klarstellen: kein Unternehmen hat mir Gratifikationen oder Ähnliches zukommenlassen, sprich die Windeln wurden wirklich unabhängig und subjektiv von mir getestet.

 

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There are 9 comments

    1. Karin

      Amelie, das hört sich nach einer tollen Sache an, aber leider sind die gerade nicht bestellbar – wie ist denn da der Kostenpunkt bzw. wie viele Windeln sind denn drin in dem Paket für 89 Euro?

  1. Karin

    Danke, Sabine, wir sind jetzt auch Lillydoo-Abonnenten. Auch wenn ich die Häufigkeit etwas unpraktisch finde (so häufig wickeln wir nie…), man kann ja unproblematisch abbestellen bzw. pausieren.
    Grüße an Zwergi!

  2. kathrin

    Hallo Sabine, schöner Beitrag über Windel-öko oder nicht 🙂 Genau dieser Gedanke hat uns als Familie bewegt, selbst eine Windel zu entwickeln, wie wir sie haben möchten. Unsere kleinste ist jetzt gerade mit 2 Jahren trocken geworden, sie hat aber den Prototyp testen können. Der Vollständigkeitshalber möchte ich die Fairwindel nicht unerwähnt lassen. Wir stecken unser ganzes Herzblut in die Windel. Auf vielfachen Wunsch haben wir jetzt auch Testpakete im Shop, der wieder offen ist 🙂 Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Liebe Grüsse, Kathrin

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