“Traut euch!” – Almliebe Chefin und Powermama Sonja Ragaller im Gespräch

Alleinerziehend arbeiten selbstständig

Die Almliebe Schwestern Stefanie und Sonja Ragaller

Sonja Ragaller ist zusammen mit ihrer Schwester Stefanie Gründerin bzw. Chefin des modernen Trachten Online Shop Almliebe.de sowie der beiden Stores im Münchner Glockenbach Viertel und in Pocking/Niederbayern. Daneben hat sie eine eigene PR Agentur auf die Beine gestellt. Und als wäre das nicht genug ist Sonja alleinerziehende Mama. Ich habe sie gefragt:

Wie schafft man das?

Sonja: Ehrlich gesagt – ich weiß es nicht. Man ist wahrscheinlich stärker als man denkt. Die PR-Agentur war noch ganz jung, der Online-Shop in der Planung als ich plötzlich schwanger war. Zum Glück war die Schwangerschaft unkompliziert, so dass ich in den Monaten vor der Geburt noch viel schaffen konnte. Ich dachte ich hätte alles optimal geplant mit einer Aushilfe, die mich zumindest die ersten Monate vertreten und unterstützen sollte. Die ersten zwei, drei Wochen waren dann auch wunderbar. Das kleine Baby hat quasi den ganzen Tag geschlafen und ich am Laptop gearbeitet. Ich hab’ mir gedacht, was haben diese ganzen Mütter eigentlich? Funktioniert doch wunderbar: Mama sein und arbeiten.

Man ist wahrscheinlich stärker als man denkt.

Dann wurde der kleine Mann unruhig und hat wenig geschlafen. Das waren schlimme Monate. Überhaupt war das erste Jahr schon ziemlich anstrengend. Da hab ich schon manchmal die angestellten Mamas beneidet, die zumindest ein Jahr komplett raus sind und sich keine Arbeits-Sorgen machen müssen. Andererseits hab ich auch im ersten Jahr schon wieder gern gearbeitet. Lenz war bei einer Tagesmutter drei Vormittage und ich habe es geliebt ins Büro zu gehen. Und jetzt bin ich klar im Vorteil. Lenz wird jetzt vier und ist im Kindergarten. Und ich bin flexibel und kann mir den Luxus erlauben, ihn um 3, halb 4 abzuholen und noch was vom Tag als Mutter zu haben.

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Der Shop der “Ragaller Schwestern” steht für moderne Tracht und alpinen Lifestyle

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Bilder: Almliebe

 

 

 

 

 

Was hast du in der Zeit, seit du “Working Mum” bist, dazu gelernt?

Sonja: Dass es nicht um die Stundenzahl geht, also wie viel man arbeitet. Sondern darum wie man Sachen organisiert. Auch wenn man sich vor der Geburt einfach nicht vorstellen kann, wie es werden wird, sollte man versuchen zu planen. Strategische Entscheidungen und kreativen Input schafft man immer. Die Ausführung muss man manchmal abgeben. Also Delegieren ist wichtig. Und man lernt definitiv Prioriäten zu setzen.

Hattest du auch mal Zweifel? Gab es auch mal Rückschläge?

Sonja: Ja klar. Schon am Anfang hat so mancher Kunde sehr irritiert reagiert als ich schwanger war. Es war und ist ja nur eine kleine Agentur. Ein Kunde hat mich noch ein Projekt bearbeiten lassen – in den ersten Monaten nach der Schwangerschaft und hat dann gekündigt. Das hat mich sehr geärgert und verletzt. Da hab ich aber meinen Anwalt eingeschaltet und der Kunde musste dann zahlen, weil er die Kündigungsfrist nicht eingehalten hat.

Jetzt bin ich stolz, alles gemeistert zu haben.

Auch mit der Kinderbetreuung sprich Krippe gab es Probleme. Ich bekam keinen Platz und musste in eine Elterninitiative, die nur nachmittags auf hatte. Im Nachhinein war das unnötiger Stress. Heute würde ich die Stadt München verklagen. Es ist hart genug, die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie müssen in einem modernen Land einfach da sein. Jetzt bin ich aber stolz, alles gemeistert zu haben. Das gibt einem viel Selbstvertrauen und Kraft.

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“Traut Euch. Es ist nicht immer leicht. Aber es ist auch toll, für eine Herzenssache zu arbeiten”

Was würdest du Frauen und Müttern raten, die ein eigenes Geschäft auf die Beine stellen wollen?

Sonja: Traut Euch. Es ist nicht immer leicht. Aber es ist auch toll, für eine Herzenssache zu arbeiten und für sich selbst. Die Unabhängigkeit und Freiheit möchte man nicht mehr missen. Und: trennt so weit es geht Arbeit und Freizeit. Ich versuche so viel wie möglich zu schaffen in meiner Arbeitszeit. Dannach schalte ich so gut es geht ab und beschäftige mich statt mit dem Laptop mit meinem Sohn.

Was kann Mode für Mamas sein?

Sonja: Ich habe meine Garderobe nie als Mode für Mamas bezeichnet. Klar, meine Schwester verarscht mich manchmal, weil Bequemlichkeit ein wichtiger Faktor für mich geworden ist. Aber ich weiß nicht, ob das an meinem Kind liegt. Ich möchte mich wohlfühlen in meinen Klamotten. Und das kann auch stylish aussehen. Tracht gehört natürlich dazu. Mit einem lässigen Strickjanker zur Jeans ist man immer gut angezogen.


Der Online-Shop Almliebe.de wurde 2012 gegründet und steht für moderne Tracht und alpine Mode.
Im Headquarter in Pocking/Niederbayern gibt es eine über 200 Quadratmeter große Almliebe-Fläche. Den Laden im Münchner Glockenbachviertel gibt es seit 2015.

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