3 Tage Saftkur: Ein wirklich ehrlicher Testbericht

Vor kurzem habe ich auf meiner Facebookseite den wahnsinnig treffenden Artikel “Annehmen und Akzeptieren” von “Supermom” Jette geteilt. Sie beschreibt darin, dass sie die Veränderungen, die Schwangerschaft und Geburt für den Körper so mit sich bringen nur schwer hinnehmen kann.

Meine Schwangerschaftsstreifen gehören nun wohl dazu, toll finde ich sie nicht und akzeptiert habe ich sie auch noch nicht.

Für eigentlich alle Mamas die ich kenne ist das ein Thema. Ich vermisse meine alte Fitness und stolz bin ich auf meine Cellulite beileibe nicht. Ein paar Jahre bevor ich schwanger wurde habe ich mit großer Kraftanstrengung 13 Kilo abgenommen – und gehalten. Bis ich schwanger wurde und das Leben in vollen Zügen genossen habe – was kümmerte mich schon das danach. Und dann die Stillzeit: mein Belohnungsstückchen Kuchen am Nachmittag war ein Muss! Ich weiß nicht, ob ich das in der nächsten Schwangerschaft wieder so machen würde. Ich denke aber schon – es war ja auch irgendwie ganz herrlich. Aber wie Jette so schön schreibt:

Vielleicht kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich annehmen kann, oder eben etwas gegen die Pfunde tut.

Ich schaffe es gerade nur ganz schwer, meinen Lebensstil so umzustellen, dass ich die letzten After-Baby-Kilos abarbeiten kann. Warum also nicht ein richtiger Cut?

Ich habe mich ein bisschen umgesehen und bin auf Saftkuren gestoßen. Im Vordergrund steht nicht das abnehmen (das ist ja auf so kurze Dauer auch nur temporär), sondern das Entgiften. Für mich soll die Kur die “Pause” Taste drücken und mir ermöglichen danach noch bewusster auf meine Ernährung zu achten. Und angeblich, so liest man in zahlreichen Blogs und Magazinen, sei eine Saftkur ja so easy:

Alle Säfte waren herrlich frisch und lecker zubereitet, sodass ich kein einziges Mal das Gefühl hatte, dass es schwer werden würde die Tage durchzustehen.

schreibt zum Beispiel Bettina Reindl von der Bunten.

Also dann mal los. Ich bin gespannt: Bringt das was? Klappt das in meinem Alltag wirklich?

So geht’s: Drei Tage lang trinke ich im 2 Stunden Takt 320 ml Saft, insgesamt 6 am Tag, dazu mindestens zwei Liter Wasser und Kräutertee. Die Säfte sind kaltgepresst und ohne Zusatzstoffe. Dadurch, dass sie nicht erhitzt wurden, können laut Anbieter weitestgehend alle Vitamine und Nährstoffe erhalten bleiben. Vorbereitend habe ich zuvor zwei Tage lang fast komplett auf Kohlehydrate verzichtet und mich leicht ernährt.

Tag 1:

Über den Vormittag hinweg geht es eigentlich sehr gut. Ich bin nicht unbedingt eine große Frühstückerin, so dass die Säfte eigentlich genug sind. Die Zutaten der Vormittags Säfte sind übrigens gar nicht so ausgefallen. Ich überlege mir, ob sich nicht eine Saftpresse lohnen würde.

3 tage saftkur test

An Tag 1 fällt der Verzicht schwer. Fies, dass Noah da gerade sein Croissant verschmäht und ich es trotzdem nicht essen darf…

Je mehr es zum Mittag hin geht, desto öfter meldet sich aber der Magen… Da hilft es nicht, dass für das Kindchen gerade das Essen auf dem Herd blubbert. Es passt gut, dass mein Mittagssaft Avocado enthält, das sättigt erst mal ein bisschen. Dazu trinke ich viel warmen Tee.

Am Nachmittag werde ich schwach – noch eine Stunde bis zum nächsten Saft. Ich gönne mir eine Banane und beschließe mir einen Kaffee zu erlauben.

Der Kaffee scheint das Ruder rumgerissen zu haben. Jedenfalls lässt das Hungergefühl nach. Am Nachmittag fühle ich mich fit und leicht. Aber je mehr es zum Abend hin geht, desto mehr freue ich mich auf mein letztes Säftchen, das mit Mandeln und Datteln auch nährender sein dürfte. Außerdem beschließe ich, mir als Snack ein paar Mandeln on top zu schenken. Ich muss niemandem was beweisen, tue es ja nur für mich und schließlich soll es ja eine Kur sein, keine Qual.

Letzter Saft des Tages ist intus. Rückblickend auf Tag 1 fasse ich zusammen: die Säfte schmecken deutlich besser als sie aussehen (matschig, schlammig). Ich denke viel und oft an Essen. Aber je mehr der Tag voranschreitet, desto einfacher wird es.

Tag 2:

Am Vormittag des zweiten Tages fällt es mir wieder ganz leicht. Ich vergesse sogar den zweiten Saft pünktlich zu trinken, weil mich der erkältete Kleine in Beschlag nimmt. Mittags will ich trotzdem wieder eine Banane essen. Und der Kaffee hat gestern gut getan – auf den freue ich mich schon.

Sind es mir die zwei, drei Kilos weniger wirklich wert, dass ich jetzt so rumhänge?

Ab Mittags fühle ich mich etwas schwach, außerdem stellt sich leichtes Kopfweh ein und ich hinterfrage die ganze Aktion. Sind es mir die zwei, drei Kilos weniger wirklich wert, dass ich jetzt so rumhänge? Andererseits: die Hälfte ist geschafft und mein Kaffee wartet auf mich… Es kann nur besser werden.

Die zweite Hälfte des Tages zeigt jedoch, dass es nicht wesentlich besser wird. Heute fühle ich mich schlapp, die Kopfschmerzen bleiben meine treuen Begleiter bis zum Abend hin. Wirklichen Hunger verspüre ich übrigens den ganzen Tag über gar nicht mehr. Das macht es mir leichter. Trotzdem nasche ich abends nach dem letzten Saft Macadamias – gesalzen und geröstet. Bäm.

Eins ist mir nach Tag 2 klar: morgen ziehe ich noch durch – aber hätte ich die 5 Tage Kur gewählt, würde ich jetzt wohl abbrechen.

Tag 3

Endspurt! Heute fühle ich mich leicht und von Hunger nicht die Spur. Die Kopfschmerzen bin ich auch los. Aber ich freu mich schon sooo sehr auf das leckere Essen ab morgen. Ich bin eben Genussmensch, Verzicht fällt mir super schwer. Zum Start in den Tag gibts Kaffee, die Nacht war wegen dem immernoch erkälteten Kindchens nicht so pralle.

Ich fühle mich leicht und klar. Die Realität widerspricht dem leider.

3 Tage Saftkur im Test

Mittags rum ist immernoch alles gut, obwohl wieder der Appetit zu Besuch kommt. Und da liegt noch die offene Packung Nüsschen. Liegt? Lag.

Der weitere Tag lief eigentlich easy. Von Hunger keine Spur, ich vergesse sogar einen meiner Säfte beinah. Und ich fühle mich leicht und klar.

Die Realität widerspricht meinen Gefühlen aber: eine Freundin fragt mich besorgt, ob es mir gut gehe, ich sehe etwas angeschlagen aus. Und ob es jetzt an der Saftkur liegt, meiner generellen Verpeiltheit oder der miesen Nacht: ich habe über eine Stunde lang vercheckt die Heizung über der Wickelkommode auszumachen. OMFG. Glücklicherweise ist nichts Schlimmes passiert.

Mein Fazit

Wie alles, ist auch eine Saftkur natürlich Typsache. Ich bin nicht der Typ dafür.

Klar es gibt auch gute Seiten. Die Säfte schmecken sehr gut. Und immerhin nimmt man ein paar Vitamine zu sich. Dass die Kilos während der drei Tage purzeln ist nur ein Nebeneffekt – die kommen ja nachher wieder ruckzuck rauf, sofern ich es nicht schaffen sollte, auch langfristig meine Ernährung umzustellen. Vom Entgiften “merke” ich jetzt so nix, klar. Aber ist ja schön, wenn das nebenher passiert sein sollte (da bin ich gar nicht mal so sicher, nachdem ich diesen kritischen Artikel gelesen habe)

So oder so: ich würde eine Saftkur nicht wieder machen. Die Hersteller empfehlen:

Es ist generell empfehlenswert, die erste Kur während einiger freier Tage zu machen.

Das kann ich total nachvollziehen. Vielleicht wäre es mir dann auch anders und besser gegangen. Aber als Eltern, egal ob zusätzlich berufstätig oder nicht, hat man eben keine oder nur wenig Auszeit. Wenn dann noch ein erkältetes Kleinkind und schlaflose Nächte hinzukommen, ist das alles wahnsinnig anstrengend. Ich könnte diese Kur deshalb leider keiner Mama reinen Gewissens ans Herz legen.

Wie gesagt: alles Typsache – vielleicht erging es euch damit besser?

 

 

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