Gutes Spielzeug – was heißt das?

Was ist „gutes Spielzeug“ für Kleinkinder?

Spielzeug Kleinkind Bausteine Holz Natur Wohl alle Eltern landen irgendwann bei der Frage – was macht wirklich gute Spielsachen aus? Ist Plastik Teufelszeug? Kann ich meinem Kind wohlmöglich sogar schaden? Um sich einer Antwort auf diese Fragen anzunähern, habe ich mir zwei Dinge näher angeschaut: den pädagogischen und den gesundheitlichen Aspekt.

Gift im Spielzeug

Eine Horrorvorstellung und leider viel zu oft Realität: im liebsten Kuscheltier stecken hochgiftige Weichmacher, an den bunten Bauklötzen haften krebserregende Schwermetallverbindungen.

Ich frage mich ja immer: wie kann die Spielzeugindustrie das guten Gewissens verkaufen? Und wieso werden von Seiten der Politik nicht endlich die Schadstoffgrenzwerte erhöht, bzw. ausreichende Qualitätskontrollen gewährleistet?

Leider helfen mir diese Fragen bei der Auswahl von sicherem Spielzeug nicht weiter. Eine bessere Hilfestellung dagegen leisten diverse Gütesiegel, wie zum Beispiel Spielgut, TÜV Rheinland oder GS – Geprüfte Sicherheit. Wobei man sich über eines im Klaren sein muss: die Prüfstellen schauen nur auf die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte. Dass diese oft zu hoch angesetzt sind, zeigt sich immer wieder, wenn Ökotest Spielsachen genauer unter die Lupe nimmt.

Ich persönlich will, dass das Spielzeug meines Kleinen möglichst aus unbehandelten Naturmaterialien besteht. Das gibt mir ein sicheres Gefühl. Vielleicht trügt auch das, wer weiß. Aber irgendwo muss man ja ansetzen. Vor Ort, im Spielzeugladen eures Vertrauens könnt ihr die Fachverkäufer*innen fragen. Wer lieber online einkauft: ich werbe an der Stelle gerne für die Auswahl von echtkind.de*, denn das sind alles garantiert schadstofffreie Produkte.

Was ist pädagogisch wirklich „gutes“ Spielzeug?

Spielzeug Kleinkind Bausteine Holz Natur Kleine Entdecker ab einem Jahr probieren mehr aus, als nur das reine Wiederholen von Bewegungen und Geräuschen (bestes Beispiel ist der Säugling mit der Rassel). Das kann sich zum Beispiel so äußern, dass das Kleinkind mit Herzenslust Dinge auf den Boden pfeffert – aus Freude an der großen Wirkung der einfachen Bewegung. Kennen wir ja alle, ne? Oder das Verstecken und wieder finden von Dingen (oder sich selbst).

Kleinkinder machen außerdem gerne Dinge nach – beginnen aber auch schon, sie auf eigene Art und Weise zu interpretieren und zu gestalten. Der Entwicklungspsychologe Prof. Hans Mogel meint dazu:

„Dieser Entwicklungsprozess vom Nachahmen zum Nachgestalten kann als eine frühkindliche Wurzel für die Entwicklung der Individualität angesehen werden.“

(In: Psychologie des Kinderspiels; Von den frühesten Spielen bis zum Computerspiel. S. 106)

Was für eine spannende Zeit also! Aber was bedeutet das für die Auswahl von Spielsachen? Prof. Hans Mogel schreibt dazu:

„Ein grundlegendes Kriterium dafür, ob Spielzeug „gut“ oder „schlecht“ ist, besteht darin, inwieweit es sich für das Kind eignet, seine eigene Wirklichkeit und seine kreative, von ihm selbst ausgehende Phantasie im Spiel zu vereinen.

Gutes Spielzeug belässt also dem Kind einen echten Handlungsspielraum für eine kreativ-freie Gestaltung seiner Spielhandlungen. Schlechtes Spielzeug hingegen kann man daran erkennen, dass das Kind mit ihm nur stupide Wiederholungen von Ereignissen ausführt.“

 (Selbes Buch, S. 114)

Das haben die meisten Eltern ja auch im Gefühl. Die meisten meiner befreundeten Elternpaare sind genauso wie ich genervt von Spielsachen, die auf immer den selben Knopfdruck hin eine mechanisch vorgefertigte Melodie von sich geben. Und dann gibt es demgegenüber tolle Dinge, bei denen sich viele Funktionen und Einsatzmöglichkeiten ergeben – und die dazu führen, dass das Kind sich damit ausdauernd und begeistert beschäftigen kann.

Wenn wir uns nicht sicher sind, rät der Experte Prof. Remo H. Largo (in: Babyjahre) ganz einfach: „Ausprobieren!“ Wofür interessieren sich unsere Minis? Was zieht sie magisch an? Wie lange und wie begeistert befassen sie sich dann damit? Er stellt klar, dass damit gar nicht immer industriell gefertigtes Spielzeug gemeint sein muss. Haushalt und Natur geben oft wahnsinnig viel her. Mit unter den ungeschlagenen Lieblingssachen aus Noahs Fundus ist momentan zum Beispiel seine Kastaniensammlung.

Drei Ideen für tolles Kleinkindspielzeug

Aber drei richtig tolle Spielsachen für Kiddies ab etwa einem Jahr will ich euch trotzdem noch vorstellen. Alle drei sind bei Noah absolute Dauerbrenner.

Lauflernwagen: Der Name täuscht ein bisschen – denn der Wagen hat nachdem Noah schon längst laufen konnte noch kein bisschen an Attraktivität eingebüßt. Im Gegenteil: es werden Güter von A nach B transportiert. Es wird mit dem Wagen quer durch die Bude geflitzt, auf dass die Babyhaare nur so wehen. Noah sortiert Sachen auch gerne einfach ein und aus. Dieser stabile Wagen wiSpielzeug Kleinkind Bausteine Holz Natur rd den Kleinen noch lange begleiten und verschiedene Funktionen in seinen erdachten Spielen erfüllen. (Gibts zum Beispiel bei echtkind.de*, aber stöbert auch mal bei Second Hand Läden – oft hat man da Glück)

Holzbausteine: Zunächst waren die Bausteine vor allem dafür da, dass wir Erwachsene Türme errichten – die der kleine Monsieur dann mit Krawumms umhauen kann. Was für eine Aufregung, was für ein Glucksen vor Freude! Seit ein paar Wochen aber hat Noah immer aufmerksamer zugeschaut und jetzt sitzt er immer wieder konzentriert da und stellt Hölzchen auf Hölzchen. Das Umschmeissen macht freilich immer noch Freude. Vor Kurzem war ein dreijähriges Kind bei uns zu Besuch und hat mit den Bauklötzen ein wahres Schloss errichtet. Bausteine sind nicht umsonst absolute Klassiker. Was ich an unseren naturbelassenen Holzbausteinen ganz besonders mag: sie setzen der Phantasie keine Grenzen, alles ist möglich. Und sie duften so gut…

Spielzeug Kleinkind Bausteine Holz Natur SteckboxSteckbox: Noah hat schon vergleichsweise früh angefangen, mit Steckspielen rumzuprobieren. Die Steckbox war trotzdem mit eins noch ein bisschen schwer. Trotzdem hat sie ihn sofort fasziniert. Immer wieder hat er genau beobachtet, wenn wir ihm gezeigt haben, wie man die richtigen Öffnungen für die Formen findet. Und Woche für Woche hat er die Box fest im Griff gehabt um selbst auszuprobieren. Jetzt, mit gut 18 Monaten, zählt die Steckbox zu den absoluten Dauerbrennern unter Noahs Spielsachen. Immer wieder holt er sie sich, setzt sich auf den Fußboden, leert mit einem lauten scheppern Würfel, Stern und Co auf den Holzfußboden und fängt dann an, Förmchen für Förmchen wieder zurück ins Innere zu bugsieren. Ich sitze nur daneben und staune. War er nicht eben noch ein Baby?

 

 

 


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There are 3 comments

  1. Karin

    Meine Liebe, hach, wie schön, wenn es auch nur Selbstbestätigung ist: Lauflernwagen bekommt Zwerg Nase von Omi zu Weihnachten (gebraucht über Ebay Kleinanzeigen), Bausteine und Steckkasten hat sie schon.
    Absoluter Renner bei uns: brio, eigentlich noch ein bisschen zu schwer für das Alter, aber die Begeisterung kennt keine Grenzen, wenn Schienen selbständig zusammengesetzt worden sind und die Murmelbahn von Trihorse – ungebrochene Begeisterung aller Kinder darüber, welche unterschiedlichen Gegenstände man da runterrollern kann.

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