Mein Jahresrückblick 2016 – wo bitte, ist die Zeit geblieben?

Jana Friedrich vom Hebammenblog hat eine Blogparade zum Thema „Mein Jahresrückblick 2016“ gestartet – danke für diese schöne Idee. Ich schließe mich gerne an: hier kommt mein Jahresrückblick 2016!

Geht es euch auch so? Ich kann mir kaum vorstellen, dass mein Kleiner zu Anfang des Jahres noch winzig war, durch die Gegend gekrabbelt ist und sich an meiner Milchbar bedient hat. Wo bitte, ist die Zeit geblieben? Ich habe mir immer vorgenommen, alle Entwicklungsschritte des Kleinen in ein Büchlein zu schreiben, damit ich nichts vergesse. Tja. Vorsätze und ich: keine gute Kombi. Ein paar Dinge habe ich noch geschafft mir zu notieren. Aber größtenteils rekonstruiere ich dieses Zeitrafferjahr durch die Fotos, die ich über die Wochen und Monate hinweg geschossen habe.

2016: Ein Jahr voller Premierenimg_0489

2016 war ein Jahr voller Premieren. Anfangs waren die Entwicklungsschritte noch überschaubar, aber je mehr es auf den ersten Geburtstag im Juli hinging, desto mehr „zum ersten Mal“s gab es. Und jedes Mal, wenn der Kleine wieder etwas Neues gelernt hat, staune ich. Und platze fast vor Glück und Liebe. Meine armen Freunde und Bekannten: sie mussten sich die Neuigkeiten anhören, als ob es weltbewegende Nachrichten wären. Sensation! Hört hört! Das Kind kann jetzt stehen! Das muss man gesehen haben… Hach ja, der Elternstolz lässt einen das eine oder andere Mal vergessen, dass es wohl auch andere Kinder geben soll, die so etwas können.

Ein paar unvergessliche „Zum ersten Mal“s 2016:

  • Etwas anderes als Milch probieren, erst zur Sicherheut wieder ausspucken: man weiß ja nie… Und dann mehr und mehr Texturen und Geschmacksrichtungen testen. Zu Anfang ungeschlagener Lieblingsbrei: dünnflüssige Pastinake.
  • Vom Robben zum Krabbeln: die große Begeisterung, plötzlich mehr und mehr Raum alleine erobern zu können ging einher mit großer Angst, alleine gelassen zu werden. Eine der „Phasen“, in denen man sich keinesfalls aus Sichtweite bewegen darf und paradoxerweise ein großes Nähebedürfnis entsteht. Und trotzdem: die Neugier siegt.
  • Mit acht Monaten dann nochmal eine ganz neue Perspektive: der Kleine kann sich in den Stand ziehen und ist superstolz und glücklich…
  • Gemeinsamer Urlaub, das Meer spüren, den Sand img_0490durch die Patschehändchen rieseln lassen…
  • Und kaum waren wir zurück, tapst der Kleine Schritt für Schritt alleine vorwärts. Aus drei Schritten werden acht und plötzlich kann mein Baby laufen und ist ein Kleinkind. Strahlende Begeisterung, großer Enthusiasmus, viele blaue Flecken und Abstürze…
  • Fast zeitgleich: die ersten Worte. Anfangs nur „Nein“, „Kette“, „Papa“ und „Mama“ und plötzlich haben wir einen kleinen Plapperpapagei im Haus. Es ist ein Wunder, wenn dieses brabbelnde Baby plötzlich echte Worte von sich gibt und die eigene Persönlichkeit immer stärker zum Vorschein kommt und ich bin überglücklich und staunend, dass ich dieses Kind dabei begleiten darf.
  • Abschied nehmen: KiTa Eingewöhnung war für mich harter Tobak – und für den Kleinen anfangs auch. Nach sieben Wochen minutenweiser Steigerung der Trennungszeit ist der Mini voll eingewöhnt, schläft und isst dort und freut sich morgens darauf, die Kinder und Erzieherinnen zu sehen. Am Nachmittag hat er aber die Nase gestrichen voll von Action und anderen Kindern. Am liebsten will er einfach nur zu Hause sein, kuscheln, lesen.
Stück für Stück zurück zur Autonomie

Aber auch man selbst entwickelt sich. Stück für Stück erobert man sich seine Autonomie zurück. Das ist gleichzeitig schmerzvoll, wie auch befreiend. Bestes Beispiel war für mich das Abstillen. Nachdem wir ab dem sechsten Monat peu a peu mit der Beikost begonnen haben, war es zwischen dem neunten und zehnten Monat dann für mich soweit. Der Kleine war erkältet, hat kaum Luft durch die Nase bekommen. Das ganze in Verbindung mit den ersten Zähnchen. Ich sag nur: Autsch! Irgendwie war das dann sukzessive auch der Abschied von der Babyzeit, zusammen mit dem Laufen lernen und den ersten Worten. Wehmütig blicke ich zurück, weil es sehr besonders und schön war, sich so nahe zu sein und so ein kleines schnuffiges Säuglingsbaby im Arm zu haben. Was ich nicht vermisse: seine fiesen Koliken, unberechenbare Windelexplosionen, wunde Brustwarzen, das „Angehängt sein“, die Ängste und Unsicherheiten, wenn das Zwerglein scheinbar untröstlich weint. Dafür habe ich jetzt dieses lebendige, wunderbare Persönchen zu Hause, der mich Tag für Tag staunen lässt – und innige Momente und Kuscheln gibt es glücklicherweise auch mit Kleinkind noch reichlich.

Auch wenn es irgendwie schmerzvoll war, dieses Band zu durchtrennen: die plötzliche Freiheit, die man dadurch wieder erlangt, ist herrlich für mich gewesen. Es folgten erste Reisen mit meinen Freundinnen für ein paar Tage, ohne Kind. Und auch wenn ich ihn natürlich vermisst habe, vor allem abends und morgens: ich habe diese Auszeiten wahnsinnig genossen.

img_0279Die neue Freiheit bedeutete auch den Wiedereinstieg in den Job. Das war – trotz unfassbar tollem Team und bester Chefin (sie selbst hat fünf Kinder, verständnisvoller geht’s nicht) – nicht ganz einfach. Mittlerweile haben wir unseren Takt gefunden und sind im neuen Alltag angekommen. Der neue Alltag hat mir auch Freiräume für neue Entwicklungen und Hobbies geschaffen. Im September ist mein Herzensprojekt, mein Mamablog, online gegangen.

Über den Tellerrand gebloggt…

2016 war nicht für alle Menschen so eine wunderbare Zeit. Ganz im Gegenteil. Mit Scham und Bestürzung blickt die Welt dieser Tage nach Aleppo. Und auch die Anschläge und Gewalttaten weltweit – zuletzt in Berlin – wecken in mir eine große Traurigkeit. Der Mensch ist schon ein komisches Wesen, gegenseitig richten wir uns zugrunde. Und gleichzeitig ist da das ungebrochene Lachen der Kinder, die Unschuld und die Neugier in ihren Augen und eine Chance für uns alle, die Zukunft besser zu machen. Die Kinder sind der Hoffnungsschimmer, der mich daran erinnert, dass die Welt ein friedlicher Ort sein könnte.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein glückliches, gesundes und friedliches Jahr 2017!

Imagine (John Lennon)

Imagine there’s no heaven
It’s easy if you try
No hell below us
Above us only sky
Imagine all the people
Living for today.

Imagine there’s no countries
It isn’t hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion too
Imagine all the people
Living life in peace.

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will be as one.

Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man
Imagine all the people
Sharing all the world.

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will live as one.

 

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There are 3 comments

  1. Martina

    Das mit der rasenden Zeit kenne ich nur zu gut. Unsere Lene wurde im Juli schon zwei und gefühlt ging das zweite Jahr noch viel schneller vorbei… Es ist so schön, sie beim Groß werden begleiten zu dürfen und verrückt zu sehen, wie schnell sie zu so selbstständigen kleinen Menschen werden.
    Und übrigens hast du hier einen ganz zauberhaften Blog! Ich freu mich, dass ich dich gefunden habe und werde ich Zukunft sicher öfter vorbeischauen 🙂
    Liebe Grüße
    Martina

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