Schlaf, Kindlein, schlaf: gefährliche Einschlafhilfe für Babys

Wie in Watte gepackt, fast schwindelig. Von innen heraus schreit alles nach Schlaf. Selbst im Sitzen fallen die Augen immer wieder zu. Die Haut ist verquollen und blass. Diese extreme Müdigkeit kannte ich vorher nicht. Die Säuglingszeit ist eine Herausforderung für Eltern, die man nicht klein reden kann. Selbst alles Vorwarnen hätte nichts geholfen: man kann sich nicht auf diese Müdigkeit vorbereiten. Sie trifft einen wie ein eiskalter Schlag.

Schlaf- und Beruhigungsmittel für Babys als letzter Ausweg?

Menschlich also absolut nachvollziehbar, dass Eltern zu Schlafmitteln für ihre Kleinsten greifen – um selbst wieder durchschlafen zu können. Die Ruhe ist teuer erkauft: medizinische Schlafhilfen für Babys können im schlimmsten Fall zum Atemstillstand führen.

Dr. med. Alexander Rosen, Facharzt für Kinderheilkunde, meint zu den kursierenden “Schlaftropfen”:

Aus kinderärztlicher Sicht ein No-Go. Eltern, die so übermüdet sind, dass sie erwägen, ihrem Kind Schlafmittel zu geben, sollten dringend ihre Verwandtschaft einschalten.

Was mich bei der Recherche überrascht hat: Schlafmittel können auch im harmlosen Gewand daher kommen und sind schon für kleine Babys offiziell zugelassen.

“Es gibt zahlreiche rezeptfrei erhältliche Medikamente, die Kinder „beruhigen“ können:

  • Beruhigungsmittel mit dem Wirkstoff Doxylamin (Markennamen: Sedaplus Saft, Wick MediNait, SchlafTabs)
  • Beruhigungsmittel mit dem Wirkstoff Diphenhydramin (Markennamen: Betadorm, Emesan, Vivinox Sleep)
  • Medikamente gegen Reiseübelkeit mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat (Markennamen: Reisegold, Reisetabletten, Superpep, Vomacur, Vomex A)

Die Wirkstoffe Diphenhydramin und Dimenhydrinat sind bereits für Säuglinge ab 6 bzw. 8 kg zugelassen; Doxylamin darf „kurzfristig“ bei Kindern ab sechs Monaten angewendet werden.” (Quelle: kidsaway.de)

Selbst von so genannter “sanfter” Medizin wird abgeraten (Quelle: Focus):

Eltern die auf sanfte Medizin schwören, greifen zu Viburcol-Zäpfchen, einem homöopathischen Kombi-Präparat, das Magen und Nerven weinerlicher Kinder beruhigen soll. Das wirkt zwar anders als die Antihistaminika, greift aber auch in das natürliche Schlafmuster ein und verhindern die optimale Erholung, die für Lernen und psychisches Befinden wichtig ist.

Was aber tun, wenn die Müdigkeit so extrem ist?

Klar, die zahlreichen Ratschläge und Tipps zum besseren Babyschlaf, kennt ihr ja auch alle. Rhythmus etablieren, feste Rituale einhalten, vor dem Zubettgehen Ruhe einkehren lassen und so weiter und so fort. Trotzdem wird es aber immer wieder Phasen (oh das Lieblingswort einer jeden Mutter) geben, in denen das alles für die Katz ist.

Wir haben uns immer wieder abgewechselt, sobald Noah auch nachts abgestillt war. Sprich: Ohrstöpsel rein oder im schlimmsten Fall auch mal eine Nacht auf die Couch und durchschlafen. Am Wochenende haben wir uns gegenseitig abwechselnd ausschlafen lassen. Beim nächsten Baby würde ich auch definitiv öfter und schneller aufs Tragetuch oder die Manduca als Einschlafhilfe zurückgreifen. Aus der Manduca lässt sich das Baby auch relativ gut ablegen. Und auch der Ratschlag, sich immer wenn das Baby schläft, mit hin zu legen, ist Gold wert. Anfangs fiel mir das immer schwer, weil ich diese Schlafpausen für mich nutzen wollte. Aber letzten Endes war das Beste, was ich für mich tun konnte: Schlafen.

Eines ist immerhin gewiss: es geht vorbei, es wird besser, es ist nur eine Phase.

Wie habt ihr euch über diese Phasen hinweg geholfen?

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