Drei Gründe, warum es wichtig ist, ab und zu ein paar Tage ohne Kind zu sein

Zugegeben, während ich das schreibe, bohrt sich ein kleiner Kaktusstachel des Vermissens direkt in meine linke Herzkammer. Ich sitze im Zug. Ohne mein Kind. Mein kleines Bübchen werde ich erst in zwei Tagen wieder sehen. Stellt euch vor, das Ganze auch noch aus freien Stücken.

Ich will morgen auf die German Press Days, Mann und Kind verweilen noch ein paar Tage bei der Verwandtschaft im Süden des Landes. Aber ich gebe auch zu: neben dieses fiese Vermiss-Pieksen gesellen sich Entspannung und Vorfreude auf meine Auszeit. Es ist nicht das erste Mal, dass ich meine beiden Männer “alleine” lasse. Mit Grund. Sogar mit drei guten Gründen.

  1. Vertrauen und Loslassen üben: Im Juli wird mein Bübchen schon zwei Jahre alt. Zum ersten Mal habe ich mir aber schon viel früher eine Mama-Auszeit genommen. Noah war noch kein Jahr alt, ich hatte gerade abgestillt, als ich als Überraschung zum Junggesellinnenabschied einer Freundin nach Innsbruck abdüste. Im Alltag regelte und organisierte ich alles rund um Noahs Alltag, die Häufigkeiten seiner Mahlzeiten, wann und wie viel er schlief. Alles eigentlich. Es war mein Job. Aber nicht nur ich bin da. Da ist auch ein liebender Papa, der den Babyalltag mindestens genauso gut im Kreuz hat. Wir Mamas tendieren dazu, alle Babyjobs an uns zu reißen. Vielleicht sogar unbewusst, gerade wenn die Minis noch klitzeklein sind. Diesen Schritt zu gehen und ein kleines bisschen loszulassen, zu vertrauen – das erfordert für manche von uns überraschend viel Überwindung. Aber die wird doppelt und dreifach belohnt. Mit freier Zeit, klar. Aber auch mit einem ehrlichen Vertrauensbeweis an unsere Liebsten. Vor allem aber mit dem guten und beruhigenden Gefühl, dass wir Mamas nicht ständig in Charge sein müssen. Ihr werdet überrascht sein, wie gut die Papas, später auch die Großeltern oder andere enge Vertraute das alles wuppen. Warum auch nicht?
  2. Rumgammeln – ohne schlechtes Gewissen und Zeitdruck: “Ich muss noch schnell einkaufen, dann kurz diese Überweisung machen und – ah es ist schon so spät, schnell zur Kita!” Na los, wer kennt diese Momente? Die Zeit rennt. Und mit Kindern plötzlich noch mehr! Noch nie habe ich soviel in so kurzer Zeit erledigt wie jetzt. Dazwischen will ich meine Freunde sehen, ab ins Yoga und auch mal Päärchen Zeit und basteln und und und… Immer schneller. Immer mehr. Nicht wenigen Mamas geht dabei irgendwann die Puste aus. Was auf der Strecke bleibt: Ordinäres, einfaches Nichtstun. Dekadentes Zeit vergeuden. Das ist kein Drama. Aber es tut so verdammt gut, morgens aufzustehen und sich mit ner gemütlichen Tasse Kaffee nochmal aufs Sofa zu fläzen. Ohne Pläne, ohne Ziele. Die Musik laut aufdrehen. Oder einfach nur die Gedanken schweifen lassen. Schon Sokrates schätzte die Muße als den “schönsten Besitz von allen”. Oder um es mit Fontane zu sagen: “Ruhe, Stille, Sofa und eine Tasse Tee geht über alles.”
  3. Schlaf! Schlaf! Schlaf! Muss ich mehr dazu sagen? Nun habe ich gerade gar nicht mal so großen Grund zur Beschwerde, das Kindchen hat in den letzten Tagen immer öfter durchgeschlafen und durch die österlichen Familienbesuche hatte ich viele Entspannungsmöglichkeiten. Aber davon mal ganz unabhängig: nichts ändert sich mit der Geburt eines Kindes so unwiederbringlich, so fundamental, wie unser Schlafverhalten. Durchschlafen ist das eine. Das frühe Aufstehen das andere. Deshalb ist das Thema Schlaf wohl eines der wichtigsten für alle Eltern. Die gegenseitige, verständnisvolle Frage: “Und, wie sind eure Nächte gerade so?” (und damit meine ich nicht die halbrhetorische Variante, bei der das Gegenüber nur darauf wartet, mit den eigenen Superkindern zu prahlen, die ja natürlich jede 😉 Nacht durchpennen), die kennt wohl jede Mama mit Baby und Kleinkind. Und dann ist da plötzlich diese wundervolle Gelegenheit vollkommen ohne schlechtes Gewissen super spät ins Bett zu gehen, weil ihr wisst: ihr könnt ohne Störung von außen eine Nacht von Anfang bis Ende liegen bleiben. Und euch sogar morgens nochmal genüsslich umdrehen. Es ist herrlich!
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