Der vierte Monat – Stillliegen, Ausruhen, nicht durchdrehen

16 Wochen. Kaum zu glauben, aber mit Blick auf den Kalender sehe ich, dass heute 16 Wochen vergangen sind. Ganze vier Monate voller Sorgen und Bangen und einer großen Prise ängstlicher Vorfreude.

Es ist sicher ganz normal, in den ersten Wochen Ängste zu haben, solange man sein Baby noch nicht spüren kann.

Auch bei Kindchen Nummer eins ging es mir ähnlich. Aber gleichzeitig war ich fest im Glauben daran verankert, dass alles gut werden würde. Zu dem Zeitpunkt war ich damals für ein paar Tage mit meinem Freund nach Rom verreist. Wir liefen den ganzen Tag quer durch die wunderschöne Stadt. Außerdem hatte ich neben meiner Hauptarbeit damals noch einen Lehrauftrag an einer Universität mehrere Stunden entfernt angenommen. Das war viel Action, aber es hat mir nichts ausgemacht.

Ich war ja schwanger und nicht krank.

Jetzt ist alles anders. Die Fehlgeburt (*Triggerwarnung) hat mich geprägt. Ich, der Glückspilz, kann auch großes Pech haben. Es läuft nicht immer alles glatt. Und als jetzt in der aktuellen Schwangerschaft immer wieder Blutungen auftraten, glaubte ich bei jedem Mal wieder, alles sei nun vorbei.

Aber das kleine Kämpferchen ist noch da, von all der Aufregung scheint es nichts mitzubekommen.

Was man so den ganzen Tag macht, wenn man nur rumliegen darf? Zum Beispiel im Hochsommer fürs Winterbaby stricken…

Trotzdem bleiben die Sorgen. Woche für Woche lag ich nun primär auf dem Sofa. Während der Blutungen galt absolute Bettruhe, ich nahm Magnesium und Progesteron. Als sie endlich abgeklungen sind, durfte ich mit kleinen Spaziergängen beginnen. Mit zitternden Knien erst einmal nur vor die Haustür. Dann eine langsame Runde um den Häuserblock. Mein Kreislauf war nach den letzten Wochen wenig belastbar und das schwüle, wechselhafte Wetter tat sein Übriges.

Minikügelchen ist langsam aber sicher zu sehen…

Inzwischen fühle ich mich körperlich viel besser und kräftiger. Aber der Stachel in der Seele sitzt tief. Zu 95 Prozent des Tages geht es mir gut, ich freue mich über den wachsenden Bauch (langsam sieht man etwas!), den Sommer, meinen zweijährigen Sohn, der vollkommen akzeptiert hat, dass ich nicht mehr so belastbar bin und ich habe mir einen Verwöhnmoment beim Friseur nebenan gegönnt. Zaghaft Schritt für Schritt zurück in die Normalität. In der 16. Woche bilde ich mir einmal ums andere Mal auch ein, ein leichtes, zartes Flattern zu spüren. Ich traue dem zwar nicht ganz, weil es noch arg früh wäre – aber es ist ein schönes, ermutigendes Gefühl. Langsam kriege ich auch wieder Lust auf Arbeit, mal etwas anderes als Stricken und Lesen und Fernsehen und Bloggen. Mal wieder raus aus meinem derzeitigen, abgeschotteten Entspannungsalltag. Es ist eben so: wenn man sonst vor Erschöpfung nicht mehr geradeaus schauen kann und sich genau das wünscht, also nicht aufstehen müssen, nur Freizeitbeschäftigungen nachgehen, bekocht und umsorgt zu werden – dann ist es plötzlich eine ganz andere Situation, wenn man aus gesundheitlichen Gründen zu seinem “Glück” gezwungen wird. Ich wünschte mir nichts mehr, als eine normale, gesunde Schwangerschaft.

Denn jeden Tag ist da auch der Moment der reinen, unverfälschten Angst. Jedes Zwicken, jede körperliche Veränderung nehme ich übersensibel war und hinterfrage – war das jetzt normal?

Heute steht nach drei Wochen ein Arzttermin an. Zugegeben – ich bin irre angespannt und hoffe, dass alles sich zum Guten entwickelt hat. Ich hätte darauf bestehen können, vorher schon einen Ultraschall machen zu lassen. Aber – letzten Endes würde ein Ultraschall nichts ändern. Und eigentlich fühlt sich alles gut an. Ich will mich in Geduld und Vertrauen üben. Und wer sagt mir, dass ich nicht sofort nach einer Untersuchung wieder Angst bekommen würde? Alles kommt, wie es kommt.

Es liegt nicht in meiner Hand, ich kann es nicht kontrollieren. Das ist das Leben.

Nachtrag: beim Arzttermin sah alles soweit gut aus. Ein kleines Menschlein wächst und gedeiht in meinem Bauch. Die Anspannung lässt ein wenig nach, für den Moment. Noch sieht man einen Schatten des alten Blutes, ich soll mich also weiter schonen. Aber – so meinte er – man müsse mich auch nicht kränker machen als ich bin. Ich soll weiter mobilisieren und die Dinge machen, die mir Freude bereiten.

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