Alltagsnotizen: Auf dem Weg zur Kita

Morgens, kaum dass ich aufgestanden bin, beginnt ohne mein Zutun der eingetaktete Tag. Wickeln, Anziehen, gemeinsam Frühstücken, dann zusammen ins Bad, Zähne putzen, anziehen und los. An normalen Tagen teilen wir uns die “Kümmer”-Aufgaben, so dass jeder von uns Elternteilen auch einen Moment Ruhe hat, um sich selbst fertig zu machen. An manchen Tagen muss einer von uns das alleine machen. Heute war so ein Tag.

Auf dem Weg zur Kita, Kindchen an der Hand, merke ich, wie meine Gedanken nach diesem Morgenspurt sofort zur Arbeit abdriften. Die Aufgaben und Herausforderungen die mich erwarten, kleinere Sorgen die sich einschleichen, dazu der gefühlte Zeitdruck. Kaum merklich gehe ich einen Schritt schneller. Kindchen läuft fröhlich mit. Während einen Meter unter meinem Gesichtsfeld ein zartes Stimmchen vom Herbst, den Blättern und den großen Autos erzählt, ist mein Kopf schon im Büro.

Stop. Ich bleibe stehen.

Noch bin ich bei dir. Noch fühle ich dein warmes, weiches Händchen, das vertrauensvoll in meiner liegt. Noch gehöre ich ganz dir. Uns.

Ich gehe wieder los, etwas langsamer.

Du nimmst mich auf diesen wenigen Metern mit in deine Welt. Dir fallen kleinste Details auf, die du natürlich erstmal mit mir besprechen musst, bevor es weiter geht. Diese seltsamen, mit Moos bewachsenen (etwas kitschigen) Rentiere, die den Eingang eines vietnamesischen Restaurants zieren. Einer der unzähligen weißen Transporter, der eingeparkt hat und bestimmt gleich weiter fährt, meinst du. Eine Taube. Nein, aufgeregter: eine TAUBE!!! Dann ein Innehalten: “Mama”, piepst du fragend, “Mama, wasn desda?” Du hörst ein Geräusch, das du nicht zuordnen kannst und das dich erschreckt hat. Der Druck deiner kleinen Fingerchen um meine wird ein bisschen fester. Es ist nur eine Säge. Irgendwo ist eine Baustelle, da erzeugt Metall auf Metall ein blechernes Kreischen. Ich erkläre es dir und du staunst mit großen Augen.

In diesem Moment wird mir einmal mehr klar, wie dankbar ich dir bin.

Dafür, dass es dich gibt. Dafür, dass du mich in deine kleine Welt entführst und meinen Blick auf die scheinbar kleinen Dinge lenkst. Dafür, dass du mir zeigst, was wirklich wichtig im Leben ist. Damit meine ich natürlich weder Rentiere aus Moos noch Baustellenlärm. Ich meine das Vertrauen und die Liebe.

Am wichtigsten ist, dass wir Menschen um uns haben, an denen wir uns festhalten dürfen und dass wir auch für jemand anderes so ein Mensch sein dürfen.

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