Mum des Monats: Bloggerin Bella Berlin

Was passt besser zu meinem einjährigen Bloggeburtstag, als das Portrait einer meiner absoluten Lieblingsschreiberinnen hier im Kosmos der Familienblogger*innen? Auf www.familieberlin.de berichtet Bella (und ja, sie heißt wirklich Berlin mit Nachnamen) aus ihrem Leben als Zweifachmutter in der Bundeshauptstadt.

Sie schreibt so nah, so ehrlich, so ungeschönt und vergisst trotzdem den Humor dabei nie. Ich schätze aber nicht nur Bellas Texte, ich finde sie auch als Menschen wirklich unglaublich offen und sympathisch. Deshalb freue ich mich riesig, dass sie eingewilligt hat, meine Septembermama zu werden. Danke!

Bild: www.familieberlin.de; Volvic by manueldebus.com

Mum & still me: Du bist zweifache Mama, mir steht das im Winter ebenfalls bevor. Hast du etwas, was du weitergeben kannst, Tipps, Gedanken, Ratschläge?

Bella: Tipps gibt es viele, aber universell sind sie leider nicht. Jede Mama ist anders, jedes Kind ebenso.

Mir half eine große Prise Gelassenheit.

Die Wohnung ist unordentlich? Egal. Heut Abend gibt es schon wieder Pasta mit Sauce aus dem Glas? Wenn es hilft, warum nicht? Gerade in den ersten Wochen geht es darum, dass es den Kindern und auch dir gut geht. Dazu gehört eben auch, sich nicht von Äußerlichkeiten stressen zu lassen. Du musst weder eine Misswahl gewinnen, noch die perfekte Wohnung haben. Die Zeit rast zu sehr, als dass du sie mit Aufräumen verschwenden solltest.

Mum & still me: Wie hast du dich in deiner Zeit als Mutter über die Jahre verändert?

Bella: Ich bin gelassener geworden… mir gegenüber.

Früher war es mir wichtig, was andere von mir dachten, wie ich aussah und auf mein Umfeld wirkte.

Heute sehe ich das entspannter. Ich zwänge mich nicht mehr in Normen und Modetrends, die nichts für mich sind, nur weil alle es tun. Ich gehe auch mal ungeschminkt raus und ich sage, wenn mir was nicht passt. Die Veränderung kommt aber eher daher, dass ich möchte, dass meine Kinder auch so denken, frei und ungezwungen großwerden. Was wäre ich für ein Vorbild, wenn ich es anders vorleben würde?

Bild: www.familieberlin.de; Volvic by manueldebus.com

Mum & still me: Auf deinem Blog geht es auch darum, sich als Mutter selbstständig zu machen. Ich habe das Gefühl, dass viele Frauen mit der Schwangerschaft und Geburt eines Kindes anfangen über die Selbstständigkeit nachzudenken. Empfindest du das auch so und warum glaubst du ist das so?

Bella: Den Eindruck habe ich auch. Das hat in meinen Augen zwei Gründe. Erstens: Mit Kindern verschiebt sich der Fokus, die schnelle Karriere tritt erstmal in den Hintergrund. Mütter wollen arbeiten, Geld verdienen und viel und gerne für ihre Kinder da sein. Mal ehrlich, es gibt wenige Arbeitgeber, die das ermöglichen. Selbst in meinem bisherigen Bürojob, der theoretisch nicht an einen Ort gebunden sein müsste, herrschte Vollzeit-Anwesenheitspflicht. Zweitens gründen viele Mütter aus der Not heraus.

Arbeitgeber sind entweder nicht flexibel oder wollen junge Mütter per se nicht weiter beschäftigen bzw. einstellen.

Ich selbst musste diese Erfahrung machen, weswegen meine Kinder einen recht geringen Altersabstand haben. Wenn schon der Arbeitsmarkt und Unternehmen nicht auf die Bedürfnisse von Müttern aber auch auf ihre Fähigkeiten und ihr Potential eingehen, dann machen sie es eben selbst. Und das sehr erfolgreich, wenn man sich die vielen positiven Beispiele anschaut.

Mum & still me: Du beschreibst euren Familienalltag im Blog als „chaotisch“. Wie meinst du das?

Bella: Komm mal zu uns nach Hause, dann siehst du, was ich meine. Chaotisch ist es auf jeden Fall, wenn man schaut, wie vorher mein Leben war.

Ich hatte einen Plan, war pünktlich und strukturiert. Das geht mit zwei kleinen Kindern gar nicht.

Wobei, doch es ginge, aber das würde niemandem Spaß machen. Spontanität, Mut zur Lücke und eine kleine Prise Chaos, das ist unser Leben. Und dank der oben empfohlenen Gelassenheit komme ich damit gut zurecht.

Mum & still me: Wie schaffst du dir im Alltag mit kleinen Kindern Oasen der Ruhe? Was gibt dir Kraft?

Bella: Da fragst du was, denn diese Oasen fange ich gerade wieder an, zu schaffen. Sie gingen unter im Alltag und zwischen Terminen. Mittlerweile gehe ich wieder einmal die Woche zum Yoga, lese mal ein Buch nur für mich und mache einfach wieder mehr ohne dass es gleich für die Kinder ist. So nähe ich zB. mal was für mich oder stricke. Das baut auf und gibt Kraft.

Mum & still me: Wenn du Lust hast, vervollständige diese drei Sätze:

Meine Kinder haben mir beigebracht… mehr im Hier und Jetzt zu sein. Das Jetzt ist wichtig und wenn ich eben genau JETZT glücklich bin, dann ist das Morgen nicht so schlimm

Ich gerate an meine Grenzen, wenn… ich keine Auszeiten für mich habe, um Kraft zu tanken. Das habe ich gemerkt, als ich mal nahezu 3 Wochen mit den Kindern allein war und keine Pause hatte. Es war nicht schön, für mich oder die Kinder.

Ich will meinen Kindern vor allem mit auf ihren Weg geben, dass… sie toll sind und ich sie egal was ist, liebe! Das hört sich oberflächlich und schwulstig an, aber diese Botschaft ist sehr wichtig für ein Kind. Denn wenn man immer denkt, man ist doof, es reicht nicht, was man tut oder die Liebe ist abhängig von Dingen und Tätigkeiten, dann wächst man nicht geborgen und sicher auf.

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