Schwangerschaftstagebuch: So ganz nebenbei im siebten Schwangerschaftsmonat

Huch! Ich bin ja schon im siebten Monat. Wie schnell das alles plötzlich geht. Einerseits bin ich sehr bewusst schwanger, fühle das Baby ganz deutlich und werde von Tag zu Tag runder. Ich liebe meinen runden Bauch!

Andererseits passiert gerade so viel nebenher, dass ich manchmal das Gefühl habe, mir läuft die Zeit davon und ich kriege die Schwangerschaft gar nicht bewusst mit.

Ein Beispiel: für mein 2015er Sommerkind habe ich ein Schwangerschaftstagebuch geführt und viel darüber aufnotiert, wie es mir gerade geht und was so passiert. Das habe ich auch für das Winterbaby angefangen. Aber ständig vergesse ich, dort etwas einzutragen. Es macht mich ganz verrückt, weil ich dann denke, das zweite Kindchen hat doch genauso viel Mühe und Aufmerksamkeit verdient. Aber ich schaffe es gerade nicht.

Ich will mich hinlegen und schlafen. Den Strom und Wirbel aus Dingen um mich herum ohne mich weiter wirbeln lassen. Aber mein Leben lässt mir keine Zeit dazu. So ist das eben manchmal.

Da passiert gerade so viel, worüber ich hier aus persönlichen Gründen nichts schreiben kann. Es ist mir alles ein bisschen viel, das kann ich euch sagen. Langweilig ist jedenfalls anders.

Ich mache euch nichts vor. Es wäre leicht, euch die heile Welt vorzuspielen. In dieser Instagram-Pastell-Welt passen Bilder von selbst gebackenem Kuchen eben besser als die von dreckigem Geschirr und Sorgenfalten auf der Stirn. Aber auch der (zugegebenermaßen ganzschön leckere) Streuselkuchen vom Wochenende kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es mir wahrlich schon einmal besser ging. Meine Seele und mein Körper sind angeschlagen.

In diesen anstrengenden Wochen halte ich mich an dem fest, was mich aufbaut und was mich stark macht.

Mein Herz macht jedes Mal einen freudigen Sprung, wenn ich merke wie das Winterbaby sich in mir regt. Mein großes Sommerkind zwingt mich sowieso jeden Tag zum Lachen. Dann sind da noch die Menschen, auf die ich bauen kann. Meine Familie, meine Freunde. So viel Liebe und Wärme um mich herum. Und schon sehen die Herausforderungen, die mich beschäftigen, nicht mehr ganz so groß aus. Ich weiß: in ein paar Wochen schon werden sie mich nicht mehr so sehr beschäftigen. Wahrscheinlich. Die Dankbarkeit für mein Umfeld und das kleine Geschenk in meinem Bauch wiegen so viel schwerer.

Vielleicht geht es gar nicht darum, möglichst fleißig Einträge in ein Schwangerschaftstagebuch zu machen. Und vielleicht ist es auch manchmal eben gut, sich nicht unter der Bettdecke zu verstecken, sondern die Dinge anzunehmen und weiter zu machen. Daraus zu lernen und sie als Baustein der eigenen Geschichte mitzunehmen.

Wir können uns das, was das Leben für uns auf Lager hat, nicht immer aussuchen.

Aber wisst ihr was? Die wunderbare Jessie von feiersun.de hat kürzlich auf Instagram etwas Tolles geschrieben: „Manchmal ist es nicht wichtig, welchen Weg wir gehen, sondern wie wir ihn bestreiten.“

Damit hat sie, finde ich, ziemlich recht.

Schwangerschaftstagebuch: So ganz nebenbei im siebten Schwangerschaftsmonat

Aber ich muss es aushalten. Ich will es aushalten. Ein Aufruf zum Tag nach der Bundestagswahl 2017.

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