Viel. Zu. Früh.

Die Kaffeemaschine blubbert. Draußen lässt die Herbstsonne langsam alles in frühmorgendlichem Gold-Orange leuchten. Das Kindchen sitzt auf seiner Kuscheldecke und blättert friedlich in seinem Büchlein.

Ja. Sowas gibt es auch. Es ist selten. Es ist harmonisch. Ich liebe diesen frühen Frieden, wenn er uns beehrt.

Die Wahrheit aber ist: wer früh aufwacht, zu früh, der ist mies drauf.

Das gilt für Klein und Groß. Jetzt im Herbst und Winter wird es besonders fies. Wenn der kleine Kerl anfängt hin und her zu wetzen und darauf besteht, wir müssten jetzt “aufdehn”, obwohl es draußen noch stockfinster ist.

Ein solcher Morgen war heute. Mein Kopf ist dann wie in Watte gepackt. Meine Augen fühlen sich verklebt und klein an. Alles ist gedämpft. Ich fröstle. Ganz orientierungslos stehe ich im Raum und überlege, was wir jetzt eigentlich machen. Erstmal das Licht an.

Das Problem ist: Auch das Kindchen ist unzufrieden. Vielleicht ist er einfach zu früh aufgewacht. Vielleicht drückt der Darm. Vielleicht hat er einfach grundlos Murkslaune. Normalerweise schaffe ich es in den meisten Grumpfelfällen mit gütig, liebevoller Geduld zu reagieren. Ich sehe ja, dass mein Sommerkindchen selbst nicht glücklich mit sich und der Welt ist. Was will ich ihm da noch zusätzlich das Leben schwer machen? Der Artikel, den ich einmal über die Trotzphase zusammenrecherchiert habe, gilt ja so ähnlich immer noch.

Aber heute ist anders. Ich grummle zurück. Gähne.

Entferne stumm die vollgekackerte Kleidung. In letzter Zeit gibts immer mal wieder Kackunfälle, trotz Windel. Töpfchen mag er noch nicht ausprobieren. Schmeiße seufzend die erste Waschmaschine des Tages an. Bereite mit halbgeschlossenen Augen das Müsli zu.

Da kommt mein Kind auf meinen Schoß gekrochen. Kuschelt sich an mich. Der zarte, warme Duft seines Köpfchens spült meine miese Laune wie eine heiße Dusche weg und mich überkommt grenzenlose Zärtlichkeit für dieses kleine Geschöpf.

Ich umarme ihn fest und weiß: ich werde immer wieder in aller Frühe mit ihm in den Tag starten. Ich werde unzählige Male stumm Kackunfälle beseitigen. Ich werde das nicht in Frage stellen. Es gibt keine Alternative. Denn mein Sommerkindchen zählt auf mich und meine Stärke, meine Geduld.

Er kann nicht anders. Ich aber schon.

Ich pruste in seine Halsbeuge und bekomme ein Kichern geschenkt. “Jetzt reichts Mama”, meint das kleine Kerlchen und klettert mit einem Lächeln von mir runter. Ich lächle zurück und stelle die Kaffemaschine an. Besser kann ein Tag doch kaum starten.

Viel. Zu. Früh.

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