Mum des Monats: FOLKDAYS Gründerin Lisa Jaspers

Lisa Jaspers ist so eine Frau, auf die müsste man eigentlich schrecklich neidisch sein – wenn sie nicht so sympathisch wäre und für ihre Arbeit schlicht großen Respekt verdient hätte. Sie hat mit ihrem Label und Shop FOLKDAYS Mode und Design aus fairem Handel entstaubt und verbindet Trends und guten Geschmack mit sinnvoller Entwicklungszusammenarbeit. Gleichzeitig ist sie gerade erst Mama eines kleinen Sohnes geworden und bekommt Job und Familie bewundernswert unter einen Hut. Wie das alles geht, erzählt sie mir im “Mum des Monats” Interview November.

Lisa Jaspers, Bild: Folkdays

Lisa Jaspers, Bild: Folkdays

Mum & still me: Seit Sommer 2013 gibt es das Label FOLKDAYS, das du mit begründet hast. Was hat den Stein zur Gründung von FOLKDAYS ins Rollen gebracht?

Lisa Jaspers: Die endgültige Entscheidung ein eigenes Label zu gründen, fiel nach einem Familienurlaub inklusive intensiver Planung und Beratschlagung mit allen Familienmitgliedern. Da aber auch meine Eltern und mein Bruder selbstständig bzw. Unternehmer sind, habe ich hier schon einiges mitbekommen und konnte mir den Schritt in die Selbstständigkeit schon länger gut vorstellen.

Die Idee für Folkdays hat sich im Zuge meiner früheren Arbeit in der Entwicklungshilfe ergeben, während der ich oft in Entwicklungs- und Schwellenländern gereist bin.

Dort wurde ich mit viel Armut konfrontiert und wurde gleichzeitig darauf aufmerksam welche einmaligen traditionellen Handwerkskünste die Menschen dort noch beherrschen. Daraus entstand die Idee für Folkdays.

Mum & still me: Rückblickend – was hast du in den vergangenen Jahren seit der Gründung für dich mitgenommen? Gibt es etwas, was du im Nachhinein betrachtet anders machen würdest?

Lisa Jaspers: Hmm, gute Frage… Ich glaube, wenn ich jetzt nochmal gründen würde, würde ich versuchen, mich ein bisschen weniger zu stressen. Am Anfang war, wenn der Umsatz nicht stimmte, meine Laune direkt im Eimer. Mittlerweile kann ich mich da etwas mehr von lösen, da ich weiß, dass es nach Durststrecken auch immer wieder bergauf geht und wir alles in allem unseren Umsatz über die letzten vier Jahre stark steigern konnten.

Mum & still me: Ende September habt ihr mit „Inspired by“ eine neue Produktkategorie gelauncht. Was steckt dahinter?

Stella von Senger (Bild: Folkdays)

Stella von Senger (Bild: Folkdays)

Lisa Jaspers: Unsere neue ‚Inspired by’ Linie ist mit vier sehr außergewöhnlichen und uns inspirierenden Frauen entstanden, die in Kooperation mit einigen unserer Produzenten je ein Produkt entworfen haben.

Wichtig war uns dabei vor allem dem individuellen Stil der Frauen Ausdruck zu verleihen.

So hat Make-Up Stylistin Stella von Senger drei Wollhosen in verschiedenen Farben aus peruanischer Baby-Alpakawolle entworfen. Die sind so beliebt, dass wir teilweise schon ausverkauft sind. Lary, eine Berliner Singer-Songwriterin, hat ihrer Leidenschaft zu Farben und Mustern in einer Decke Ausdruck verliehen. Einen traumhaften, handbedruckten Kimono und Hose aus Wildseide haben Melodie Michelberger und Modejournalistin Melissa Drier für uns entworfen. Durch diesen Abstecher in neue Inspirationsquellen hatten wir die Möglichkeit unsere Produktpalette um vier besonders kreative und einzigartige Produkte zu erweitern.

Melodie Michelberger, Lary, Stella von Senger, Bild: Folkdays

Von links nach rechts: Melodie Michelberger, Lary, Stella von Senger (Bild: Folkdays)

Mum & still me: Gleichzeitig hast du gerade einen ganz frisch geschlüpften Säugling zu Hause. Wie balancierst du Arbeit und Mamasein aus? Was ist dir dabei wichtig?

Lisa Jaspers: Ich konnte durch Folkdays eine Leidenschaft zum Beruf machen und habe damit das Glück zu einem Job zurück zu kommen der mir Spaß macht und der mich erfüllt.

Denn natürlich kehrt man als Frau viel lieber in den Beruf zurück wenn man ihn als Freude und nicht als Belastung sieht bzw. mehr Energie raus zieht als rein gibt. Das ist für mich ein essentieller Faktor um die richtige Balance finden zu können.

Zusätzlich habe ich natürlich den Vorteil meine eigene Chefin zu sein. Dadurch bin ich total flexibel und habe z.B. schon recht kurz nach der Geburt zusammen mit Kind für ein paar Stunden im Office vorbei geschaut. Eli kennt also schon unseren Arbeitsalltag bei Folkdays und das Team freut sich immer sehr über die schöne Ablenkung.

Ab dem vierten Monat wird mein Mann die Nachmittage übernehmen und ich kann dann ohne Kind arbeiten. Wir finden es wichtig, dass unser Kind mit uns beiden Zeit verbringt. Weil mein Mann auch sein eigner Chef ist, sind wir in der Organisation flexibler und so bekommen wir das hoffentlich gut hin (ich habe gerade auf Holz geklopft…).

Mum & still me: Wie hast du Schwangerschaft und Geburt erlebt?

Lisa Jaspers: Zum Glück hatte ich eine super entspannte Schwangerschaft, während der meine Arbeit bis ganz zum Schluss eine willkommene Abwechslung war. Ich habe zum Glück auch einen äußerst gemütlichen Bürostuhl.

Ich konnte die Zeit sehr genießen und habe gleichzeitig einiges dazu gelernt. Zum Beispiel achte ich mittlerweile mehr auf mich selbst, kann entspannter in den Tag starten und habe gelernt mich selbst nicht so zu stressen. Alles Eigenschaften, die ich nach Möglichkeit auch in Zukunft unbedingt beibehalten will.

Die Geburt an sich verlief dann leider nicht mehr ganz so entspannt wie die Schwangerschaft. Wir hatten einen etwas blöden Start und mussten mit dem Kleinen erst mal acht Tage im Krankenhaus bleiben. Mittlerweile sind wir aber ein gut eingespieltes Team und wir haben das Nachhause kommen sehr genossen.

Mum & still me: Welche Momente magst du besonders mit deinem kleinen Sohn?

Lisa Jaspers: Eigentlich war ich immer eher ein Morgenmuffel. Eli dagegen ist aber lustigerweise gerade morgens wahnsinnig gut gelaunt. Dadurch, dass er mich früh morgens schon so anlächelt und strahlt kann ich nicht anders, als den Morgen richtig zu genießen.

Man könnte also sagen, mein Kind hat mich mittlerweile zu einem richtigen Morgenmensch werden lassen – und das nicht einmal gezwungenermaßen.

Mum & still me: Und zum Abschluss: für viele Eltern gerade am Anfang das wichtigste Thema überhaupt – schlaft ihr gut?

Lisa Jaspers: Ja, tatsächlich schlafen wir ziemlich gut. Das darf ich wahrscheinlich gar nicht verraten, aber vor kurzem hat er tatsächlich das erste Mal schon acht Stunden durchgeschlafen. Aber das war wirklich eine Ausnahme, normalerweise werden ich nachts schon mindestens zwei Mal geweckt.

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