Kinderzimmer? Erst ab drei Jahren! – Interview mit Design Expertin Katja Runge

Ich habe es vollkommen unterschätzt. Im Vorfeld unseres Umzuges war alles so organisiert, strukturiert. Als ich dann in der neuen Wohnung zwischen Kisten, unaufgebauten Möbeln, einer unfertigen Küche und einem kleinen verwirrten Kindlein saß, das insistiert hat, wir mögen doch jetzt aber bitte mal nach Hause gehen – da war mir klar, dass das hier ein ordentliches Stück Arbeit wird und der Blog erstmal pausieren muss.

Ab wann braucht man ein Kinderzimmer? Und was gehört rein?

Katja Runge, Gründerin von affilii (Bild: Malina Ebert)

Katja Runge, Gründerin von afilii (wie Bild: Malina Ebert)

Dabei lag doch schon ein spannendes Interview auf Halde, im Grunde fertig um es online zu stellen. Jetzt, etwas mehr als eine Woche später, lichtet sich das Chaos hier langsam, seit gestern haben wir sogar schon wieder funktionierendes Internet. Nun sitze ich also hier auf unserem gemütlichen neuen, petrolgrünen Sofa und freue mich riesig, dass ich endlich das tolle Interview mit Katja Runge, Kopf und Herz hinter der Design Plattform afilii online stellen kann. Wobei es “Design Plattform” nicht ganz korrekt wieder gibt. Eigentlich ist die Plattform auf kindgerechte Gestaltung und Architektur fokussiert.

Passt ja gerade wie die Faust aufs Auge: Katja hat mir erzählt, worauf man bei der Einrichtung und Ausstattung eines Kinderzimmers achten kann. Da unser Sommerkind durch den Umzug jetzt Platz für ein eigenes Zimmer hat, hat mich das ziemlich interessiert und zum Teil auch überrascht. Lest selbst!

Mum & still me: Ab welchem Alter braucht es überhaupt ein Kinderzimmer?

Katja Runge: Das hängt ein bisschen davon ab, ob wir davon sprechen, ob die Kinder das Kinderzimmer brauchen oder die Eltern für die Kinder.

Die Kinder benötigen in der Regel nicht vor dem dritten, vierten Lebensjahr ein eigenes Zimmer, weil sie erst in diesem Alter anfangen, alleine zu spielen.

Vorher lieben sie es, bei den Eltern zu sein, ob in der Küche, im Wohnzimmer im Alltag oder im Schlafzimmer in der Nacht.

Mum & still me: Was gehört zur Basis Ausstattung für ein Kinderzimmer und wieso?

Ein Bett, das mitwächst ist zum Beispiel das von Wilja.

Ein Bett, das mitwächst ist zum Beispiel das von Wilja.

Katja Runge: Basics für ein Kinderzimmer sind für mich: ein Bett, das idealerweise mitwächst, eine Kommode oder ein Schrank für die Kleidung des Kindes, ein leicht zugängliches Regal für Spielsachen und Bücher und ein Spielteppich, der zurückhaltend gestaltet ist und als Mittelpunkt im Zimmer für Konzentration beim Spiel sorgen kann.

Für über vierjährige Kinder eignet sich auch ein Kindertisch & Stuhl, der jedoch in vielen Familien auch verzichtbar ist, weil die Kinder lieber den Küchen- oder Wohnzimmertisch nutzen.

Ab der 2., 3. Klasse empfehle ich einen mitwachsenden Schreibtisch, damit Kinder in Ruhe und eigenverantwortlich Ihre Hausaufgaben erledigen können.

Ein Teppich (hier von Lyk Carpet) schafft ein Zentrum für das Zimmer.

Ein Teppich (hier von Lyk Carpet) schafft ein Zentrum für das Zimmer.

Wenn es der Platz zulässt ist ein Spielmöbel & Multifunktionsmöbel toll, das dank der Fantasie und Kreativität der Kinder zur Kuschelecke, zum Rückzugsort, zum Theater, Schiff o.ä. werden kann.

Mum & still me: Wenn es um Spielzeug und Einrichtung geht, sind die Bedürfnisse von Kindern ganz verschieden. Woran können sich Eltern orientieren?

Katja Runge: Wenn wir uns Zeit nehmen und Kinder beobachten, werden wir ihre Bedürfnisse erkennen. Auf jeden Fall brauchen Kinder Platz, wo ihre Gestaltungswelt in Ruhe entstehen kann und auch eine Weile bestehen bleiben darf.

Das eine Kind braucht mehr Platz zum Bauen, Bewegen, Verstecken andere wiederum mehr Platz zum Basteln, Lesen, Kuscheln.

Cleveres Design für Kinder? Die Hubelino Kugelbahn zum Beispiel lässt sich Bausteinen anderer Hersteller verbinden.

Cleveres Design für Kinder? Die Hubelino Kugelbahn zum Beispiel lässt sich mit Bausteinen anderer Hersteller verbinden.

Mum & still me: Was muss gutes Design für Kinder „können“?

Katja Runge: Gutes Design für Kinder im „afilii-Sinne“ zeichnet sich durch eine langlebige, hohe Qualität aus und ist kindgerecht, das heißt die Produkte für Kinder sind in ihrer Funktion & Zweckmäßigkeit auf die Bedürfnisse & Fähigkeiten der Kindern abgestimmt. Ein sinnvoller Materialeinsatz, klare & schöne Formen und ästhetische, zeitlose Farben ergänzen unsere Anforderungen.

Gutes Design für Kinder fordert die Kinder zur selbständigen Beschäftigung auf – sei es zur Bewegung, zur Kreativität & Fantasie oder zum Denken.

Mum & still me: Was ist in deinen Augen eher überflüssig?

Katja Runge: All das bunte, blinkende, quietschende, zum Teil giftige und elektronische Spielzeug, welches nach einmaliger oder kurzer Benutzung aussortiert wird und die Müllberge immer weiter anwachsen lässt.

Produktfotos: Hersteller

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