Schwangerschaftstagebuch: Was Ankommen mit Erbsenvöglein zu tun hat

Noch fünf. Fünf Kisten sind geblieben nach etwa drei Wochen in der neuen Wohnung. Ich staune, wie schnell man sich einen neuen Raum zum Leben und Wohlfühlen schaffen kann. Meine Vermutung ist, dass es mit einem kleinen Knopf wie unserem Zweieinhalbjährigen noch einfacher geht.

Jeden Tag erleben wir so viele Dinge mit ihm hier.

In sich versunken „lesend“, auf der Treppenstufe…

Gestern schaut er aus dem großen Terrassenfenster. Er beobachtet die Vöglein draußen und sieht ein paar freche Kohlmeisen. „Erbsenvöglein,“ sagt er. Ich frage nach? Habe ich richtig verstanden. Und glucksend bestätigt er – die Meisen sind Erbsenvöglein. Irgendwie hat er recht. Klein und rund und kullernd sehen sie aus. Nur nicht grün, aber das ist doch egal.

Jedes dieser kleinen Alltagserlebnisse schließt sich in mein Herz ein. Feine Fäden von meinem Gedächtnis direkt zum klopfenden Zentrum in meiner Brust. Jeder Faden bindet mich mehr an diese, unsere neue Wohnung.

Aber auch Freunde, die uns hier besuchen und sich auf Anhieb wohl fühlen, machen diesen fremden Ort zu einem Zuhause. Am Wochenende waren langjährige, vertraute Freundinnen zu Besuch. Seit sieben Jahren halten wir jedes Jahr die Tradition hoch, ein gemeinsames Weihnachtsessen zu kochen. Diesmal bei uns in der neuen Küche. Der warme, heimelige Duft von Zimt und Nelken. Das klappernde Geschirr. Das gemeinsame Lachen und der Kerzenschein.

Überhaupt, die Vorweihnachtszeit überrascht mich. Ich war skeptisch, in der dunklen Jahreszeit hier einzuziehen. Noch mehr eingesperrt in die vermeintlich ungemütlichen vier kahlen Wände. Tatsächlich aber schafft es diese magische Zeit, den Zauber auch in die neue Wohnung zu übertragen. Zum ersten Mal werden wir Weihnachten in Berlin feiern. Zum ersten Mal haben wir einen eigenen Tannenbaum besorgt. Und zum ersten Mal werden die Dinge, die wir an dem Fest der Familie und der Liebe so schätzen an diesem neuen Ort stattfinden.

Vor etwa drei Wochen, als wir zwischen Kisten, Chaos und Staub saßen, da überkamen mich Tränen der Überforderung.

Wie soll hier ein Säugling einziehen? Wie soll ich hier ein erholsames Wochenbett verleben? Es gibt so viel zu tun. Heute staune ich, wie schnell es eben doch geht anzukommen. Noch drei Wochen bis zum Geburtstermin. Wie schnell sie verfliegen können, zeigt mir die erste Zeit hier in Pankow. Aber Angst und Überforderung spüre ich jetzt nicht mehr. Es ist alles bereit. Kleiner, schon jetzt geliebter Mensch – wir drei erwarten dich.

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