Sommerkind und Winterbaby – eine Liebeserklärung zum Valentinstag

Sommerkind

Die freudige Aufregung über die vermeintlich kleinsten Dinge. Aus dir heraus sprudelnd, Lautstärke bis oben hin, funkelnde Augen und ein breites Lächeln. Das pure Glück. Du hüpfst auf und ab, weil du gar nicht weißt, wohin mit all der Freude. Deine Sätze werden zu einem Wort: „MamaschaudaisteinSimartauto! OhundeinMadiacedesauto! DaeineMüllabfuhr!“ Fast überschlägst du dich. Ich halte dich.

Du kannst aber mit deinen zweieinhalb Jahren auch anders. Ruhig. Konzentriert. Kooperierend. Wir sind das stärkste Team. Du klingst irgendwie älter, als du bist, dann. Ich erinnere mich daran, dass du es nicht bist. Dass du noch keine drei bist. Dass deine Aussprüche nur kleine Kopien der Dinge sind, die wir so sagen. Trotzdem höre ich dir zu, nehme dich ernst.

Ich knie mich auf deine Höhe, schaue dir in deine großen sensiblen Augen. Schon als Baby wurde uns von allen gesagt, wie wach du wärst.

Ja, sensibel bist du auch. Und zurückhaltend. Erst einmal beobachten. Abwarten. Zuschauen. Vor allem wenn Besuch hier ist. Du ziehst dich in dich zurück, suchst Schutz auf unserem Schoß und an unserer Hand, bis du bereit bist und die Neugierde siegt. Dass das manchmal Stunden dauern kann, ist eben so. Es ist dein Weg.

Dann ist da aber auch noch eine starke Seite an dir. Jeden Tag übst du ein bisschen stärker und selbstbewusster zu werden. Deinen Willen zu entwickeln.  Manchmal bist du auch einfach müde oder fühlst dich nicht wohl und alles was ich sage ist furchtbar falsch. Laute doofe Ideen, die ich einbringe. Doof? Schrecklich! Meinen Vorschlägen zu folgen wäre in deinen Augen verheerend. Tragisch, gar. Bis du dann einen Moment ruhig wirst und nachdenkst. Erst musst du noch ein wenig schmollen. Manchmal bleibt es dabei, du setzt dich durch. Manchmal findest du meine Ideen dann doch nicht so fürchterlich. Dann schaltet der Hebel um und du bist wieder bereit gemeinsam die Welt zu erobern.

Winterbaby

So klein und so aufmerksam. Deine Augen blickend fast forschend umher. Wenn du dann einmal Blickkontakt aufgenommen hast, lässt du so schnell nicht mehr los. Ganz tief tauchst du ein. Mit deinen gerade mal sechs Wochen.

Sechs Wochen. Ein Zauberwesen bist du. So klein und zerbrechlich wie ein Vogelbaby kamst du auf die Welt. Wie schon in der Schwangerschaft lässt du dich aber nicht davon abbringen, zu Kräften zu kommen. Du hast von Anfang an einen gesegneten Appetit, fast kann man dir beim wachsen zusehen.

Am wohlsten fühlst du dich, wenn du Menschenwärme fühlst. Ganz vertrauensvoll schließt du dann deine Augen, lässt dich fallen.

So schnell kann dich nichts aus der Ruhe bringen. Naja, vielleicht ein verklemmter Pups. Oder ein knurrender Magen. Oder wenn du den Weg in den Schlaf nicht sofort finden kannst. Aber du scheinst schon zu wissen: wir sind da. Schnell entspannnst du dich wieder, wenn wir deinen Bedürfnissen nachkommen.

Du kleines Geschöpf, ich bin dankbar, dich auf deinem Weg begleiten zu dürfen. Ich kann es kaum erwarten mehr von deinem Wesen kennen zu lernen.

Ihr Beide

Was ist das nur, zwischen euch? Ganz zart bist du mit deinem Babybruder. Ein seliges Lächeln huscht über dein Gesicht, wenn du das Winterbaby auf deinem Schoß hast. „Darf ich ein Kuss geben?“ fragst du auch nach sechs Wochen noch immer ehrfürchtig. Nie würde ich nein sagen. Wenn du den Kleinsten weinen hörst, schaust du, dass er versorgt wird. Bei jedem (ja, jedem!) Wickeln möchtest du „zutschaun“ oder am Besten gleich neben dem Baby auf der Wickelkommode liegen. Das Winterbaby wiederum kann den Blick nicht von dir wenden. Er fängt seit kurzem an aufgeregt schneller zu atmen, kleine Geräusche dringen aus seinem winzigen Mündchen, als würde er gerne noch intensiver mit dir, dem Sommerkind kommunizieren.

Dann liegt ihr nebeneinander und bestaunt euch scheinbar gegenseitig.

 

 

Sommerkind und Winterbaby – eine Liebeserklärung zum Valentinstag

Geburtsbericht: Hallo kleine Silvesterrakete – Die Geburt des Winterbabys

There is one comment

  1. Stefanie R.

    Oh hier auch, wenn der kleine den großen Bruder anhimmelt 😍 😍 😍 😍
    Und wie beide sich freuen, wenn sie sich wieder sehen! Hach!

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