Stillen nach Bedarf: Rhythmus nach Gefühl

Und, wie sind eure Stillpausen mittlerweile?

Hände hoch, wem diese Frage bekannt vorkommt. Als gebe es eine Norm. Einen Stillabstand, der als „normal“ gilt. Säuglinge, die nach der Uhr Hunger verspüren. Müssen vier Stunden dazwischen liegen? Oder zweieinhalb? Wie viele Stillmahlzeiten sind „richtig“?

Schon bei Kind Nummer 1 hat mich die Stillerei auf Trab gehalten. Das Sommerkindchen hat geclustert. Dazu hab ich schon einmal etwas geschrieben.

Was mir damals klar wurde: fragt ihr drei Leute, bekommt ihr drei unterschiedliche Meinungen.

Während von ärztlicher Seite empfohlen wurde, die Pausen zwischen dem Stillen durch Gabe von Tee oder Wasser zu strecken, hieß es von Seiten der Hebammen „Stillen nach Bedarf“.

Aber was „nach Bedarf“ heißt, ist ebenfalls wieder missverständlich und wird unterschiedlich interpretiert. Meines Erachtens gehts beim Bedarf um viel viel mehr als nur die Nahrungsaufnahme. Das Baby sucht die Brust, wenn es im Bauch zwickt und sich der Stuhl nicht recht lösen mag. Manchmal fehlt auch einfach nur der letzte süße, beruhigende Schluck, um sanft in den Schlaf hinüber gleiten zu können. Andere Male sucht der Säugling durch die Brust Ruhe und Sicherheit, wenn es um ihn rum turbulent zugeht oder er gerade in einer anstrengenden Entwicklungsphase steckt.

Also immer die Brust als Lösung?

Trotzdem lege ich das Winterbaby nicht immer an, wenn er Suchbewegungen macht. Saugt er hektisch, dockt dazwischen immer wieder ab, bricht immer wieder dazwischen Milch und liegt die letzte Mahlzeit noch nicht lange zurück, dann suche ich andere Beruhigungsmittel.

Der Säugling weint beispielsweise gepresst? Er „drückt“ das Weinen heraus, wirkt verkrampft und als ob etwas schmerzen würde? Dann versuche ich dem Kleinen damit zu helfen, dass ich ihn über dem Waschbecken „abhalte“. So können plagende Bauchwinde entweichen. (Mehr zum Abhalten: http://mumandstillme.com/2017/05/08/abhalten-gegen-verstopfung-blaehungen-koliken/)

Das kleine Mäuschen ist müde? Vielleicht will das Baby einfach nur Nuckeln und Körpernähe – dann biete ich den Schnuller an. Ab und zu pucke ich ihn noch in seine Decke ein, auch das beruhigt.

Nur eine Sache spielt keine wesentliche Rolle: die Uhr.

Wann ich zuletzt gestillt habe? Grob weiß ich es. Nicht immer schaue ich aber, wie spät es ist, wenn ich das Baby stille.

Jedes Baby ist anders. Das Sommerkind tickte ganz anders als das Winterbaby. Trotzdem bleibt eine Sache gleich: am besten, eingespieltesten läuft es immer dann, wenn ich auf mein Bauchgefühl höre und mich entspanne. Wenn ich nicht auf den Zeitabstand zwischen den Stillmahlzeiten schaue, sondern auf die Signale des Babys achte. Unser Rhythmus? Unser Gefühl.

Mehr Quellen zum Thema:

http://www.fuerkinder.org/kinder-brauchen-bindung/experten-meinen/405-zuwendung-stillen-nach-bedarf-was-bedeutet-das

https://rubbelbatz.de/stillen-nach-bedarf-der-milchjunkie-und-ich/

http://www.lalecheliga.de/images/Infoblaetter/LLL_Mythen_und_Ammenmaerchen_rund_ums_Stillen.pdf

 

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There are 2 comments

  1. Stefanie R.

    Welcher Arzt hat denn Tee und Wasser empfohlen? 😱

    Schöner Artikel! Sagt man Artikel? 🤔
    Bis auf den Schnuller läuft es bei uns genauso.
    Und wie ist es Nachts? Schläft er schon durch? 🤣😉🤣

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