Tipps für Bahnreisen mit Baby und Kleinkind

15. Dezember 2016

Bahnreisen mit Baby und Kleinkind – für uns schon früh eine tolle Reisemöglichkeit als Familie gewesen. Leider führen wir eine Familienfernbeziehung, sprich wir leben in Berlin, die gesammelte Verwandschaft jedoch im Süden. Unser Kleiner ist also schon ganz früh, mit sechs Wochen, zum ersten Mal mit mir im Zug gefahren. Mein Lieblingsreisemittel mit Baby war und ist definitiv die Bahn – mal abgesehen davon, dass Kinder bis 6 Jahre kostenlos mitfahren, ist es für mich die Entspannteste aller Varianten. Mittlerweile hab ich ein paar Sachen für mich gelernt, die ich gerne an euch weiter geben will. Jedes Kind ist anders und nicht bei allen werden diese Tipps hilfreich sein. Aber falls doch, freu ich mich!

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Immer wieder erlebe ich bei Bahnreisen, dass sich Eltern ohne Platzreservierung mit Sack und Pack durch die Gänge schieben. Der Stress steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Ich würde auf längeren Fahrten immer einen Platz reservieren, gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Nutzt den Vorteil der Familienreservierung: Zwei Plätze kosten 9 Euro – fünf Plätze aber auch. Falls es sehr voll wird, mache ich die Plätze natürlich trotzdem frei, aber ich habe ein bisschen mehr Platz für alles, was man so rumschleppt.

Hoch lebe die Familienreservierung!

img_4721Ich reserviere immer im Abteil. Wenn möglich sowieso im Kleinkindabteil, die sind aber meistens schon früh ausgebucht. Zweite Wahl ist ein Abteil im Familienbereich. Dort sieht es zwar im Grunde ganz “normal” aus, aber man trifft mehr Gleichgesinnte und hilfsbereite Eltern, bzw. weniger von Kindern genervte Mitreisende. Wenn da auch ausgebucht ist, dann versuche ich auf alle Fälle ein normales Abteil zu bekommen: die Ruhe macht es möglich, dass die Kleinen auch mal eine Weile entspannt schlafen. Und Krabbelbabies können sich etwas freier bewegen. Großraum ist Stress für alle, das mache ich nur im Notfall…

Bei der Buchung bevorzuge ich Fahrten ohne Umstieg. Wenn ein Umsteigen unvermeidbar ist, dann plane ich lieber etwas mehr Zeit dafür ein, als die Bahn das gewöhnlich vorschlägt. Dass man mehr Zeit zum umsteigen braucht, kann man beim Buchungsvorgang online angeben.

Meine Merkliste fürs Handgepäck

Davon abgesehen, dass ich auf diesen Reisen das Gepäck so knapp wie möglich halte, hat sich für den Kleinen beim Packen auch Folgendes bewährt:

  • Ich nehme ein kompaktes Lieblingsspielzeug mit und eine neue Sache, die er noch nicht kennt und die er auf der Bahnfahrt zum ersten Mal erkunden kann. Er mag zum Beispiel die kleinen Pixie Bücher wahnsinnig gerne. Praktisch sind auch kleine Stapelbecher aus dem Drogeriemarkt. Im ICE gibt es für die Kleinsten außerdem eine kleine, kostenlose Aufmerksamkeit – erkundigt euch bei dem/der Schaffner*in oder im Bordbistro.
  • Wenn er einschläft, fühlt es sich für mich komisch an, ihn mit dem Gesicht direkt auf den Sitz zu legen, den so viele Popos schon platt gedrückt haben. Tragen oder auf mir liegen lassen möchte ich ihn aber auch nicht ständig. Deshalb nehme ich immer ein oder zwei Moltontücher als Unterlage mit – auch zum Wickeln.
  • Die Klimaanlage in Zügen ist vollkommen unberechenbar, außerdem zieht es an allen Ecken. Ich nehme immer eine leichte Wolldecke und ein leichtes Jäckchen sowie Hausschuhe oder Socken für den Kleinen mit. Als Das Sommerkind noch ein kleineres Baby war, habe ich ihm im Zug auch immer ein leichtes Mützchen angezogen.
  • Beim Proviant packe ich nur Lieblingssachen ein, bzw. auch hier setze ich auf „Joker“ wie Kekse oder Obstriegel, die es sonst selten gibt.
  • Sehr praktisch für unterwegs finde ich ein extra Satz Feuchttücher zum Hände abwischen. Außerdem hab ich immer kleine Müllbeutelchen für Windeln, Abfälle und Co dabei. Die Feuchttücher sind auch super um den Sitzbereich etwas abzuwischen. Sobald die Babys anfangen, die Umgebung mehr und mehr zu erkunden und abzulutschen, ist es ganz gut, die Fenster, Tische und so weiter grob vorher zu reinigen. Fürs Gefühl. Und weil es dort teils schon seeehr dreckig aussieht.
  • Ein Satz Wechselkleidung und Wickelsachen sind eh klar.

img_4086Zum Schlafenlegen und auch ganz generell hat es sich total bewährt, eine Babytrage (Manduca oder Ähnliches) oder ein Tragetuch statt eines Buggy zu verwenden. Gerade jetzt, wenn die Züge wieder super voll sind, ist es oft Stress pur, einen okayen Platz für den Kinderwagen zu suchen. Mit der Babytrage habt ihr die Hände frei und ihr spart Platz. (Update 2019: Da das Winterkind jetzt schon echt Gewicht auf die Waage bringt und mit zwei kiddies auch das Gepäck zunimmt, nutze ich einen leicht faltbaren, schmalen Reisebuggy.)

Ach und zum Schluss noch ein absolutes No Go für mich persönlich: als regelmäßige Bahn Fahrerin nerven mich laut abgespielte Kinderfilme oder Spiele auf iPads total. Ich verstehe, wenn Eltern sich entspannen können, weil die Kiddies vor den Tablets gebannt schweigen. Glaubt mir, auch ich hatte genug ätzende Bahnfahrten, in denen ich mir etwas zum „ruhig stellen“ gewünscht hätte. Andererseits: Kinder sind eben Kinder. Dass sie nicht immer putzig, sondern eben auch manchmal laut und unangenehm für Erwachsene sein können, muss die Gesellschaft aushalten. Trotzdem: der Kinderfilm- oder Spielesound war für mich immer deutlich störender als es Kinderweinen, -gequatsche oder -lachen je sein könnten.

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3 Comments

  • Reply Josefa 21. Dezember 2016 at 11:58

    Kinder fahren übrigens bis sie 14 sind mit ihren Eltern und Großeltern umsonst mit der Bahn mit – also noch viel besser 🙂

  • Reply Nicole 9. Februar 2019 at 02:11

    Das kann ich so unterschreiben! 🙂

    • Reply Sabine Ponath 9. Februar 2019 at 08:55

      Mit zwei Kindern wird’s dann nochmal interessanter 😀

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    Ich stimme zu.

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