Schwangerschaftstagebuch: Hochschwanger umziehen – eine gute Idee?

Immer wieder ertappe ich mich in dieser Schwangerschaft dabei, wie ich meinen kugelrunden Babybauch kurz vergesse. Nur kurz. Denn dann meldet sich mein kleiner Kämpfer und werkt spürbar umher. Aber es ist so viel los. Das liegt, das muss ich fairerweise dazu sagen, wirklich nicht an meinem bald zweieinhalb jährigen Sommerkind. Er ist wirklich, bis auf normale Miese-Laune-Tage, gut zu haben und es macht richtig Spaß, Zeit mit ihm zu verbringen. Man hört ja immer, die zweite Schwangerschaft laufe wegen des ersten Kindes so nebenbei. Das finde ich eigentlich gar nicht so sehr. Klar, man hat immer alle Hände voll zu tun.

Aber in meinem Fall waren es doch ein paar andere, große Dinge, die mich stark beschäftigten. Eines davon war unser Umzug in eine größere Wohnung.

Inzwischen bin ich im Endspurt meiner Schwangerschaft angelangt. Schwangerschaftswoche 36. Vor zwei Wochen sind wir umgezogen, also hochschwanger. Ich will euch mal erzählen, wie es mir damit ging und geht… Und ich fasse euch unten im Beitrag meine wichtigsten Tipps zum Umzug mit Babybauch zusammen.

Hochschwanger Umziehen Tipps

Hochschwanger Umziehen – Babybauch und Kompressionsstrümpfe immer dabei…

Klare Strukturen

Bevor der tatsächliche Tag des Umzugs anstand, hatte ich mit Kisten packen und allerhand Orgakram alle Hände voll zu tun. Wir brauchen einen Haufen neue Möbel und gleichzeitig musste ja auch alles für die Abnahme der alten Wohung vorbereitet werden. Trotzdem war ich eigentlich guter Dinge. Ich kam gut voran.

Wichtig war nur, mir jeden Gedanken und jede Aufgabe sofort aufzunotieren. Das ist generell Typsache, jetzt in der Schwangerschaft bin ich aber vielleicht noch ein Tickchen zerstreuter.

Klare Strukturen und feste Plätze für wichtige Dinge haben mir ebenfalls sehr geholfen. Beim Packen habe ich damit begonnen, erst einmal richtig auszumisten. Kennt ihr das Buch “Einfach leben” von Lina Jachmann? Minimalistisch, so wie bei den inspirierenden Beispielen darin geht es bei uns längst nicht zu. Aber die Tipps und Ideen im Buch machen Lust darauf, sich von unnötigen Sachen zu trennen. So hatte die erste Phase des Umzugs eine fast reinigende Wirkung. Als ich die ganzen “Flohmarkt” Kisten gepackt hatte, konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass der Umzug noch sehr umfangreich werden könnte. Sooo viele Sachen besitzen wir doch gar nicht.

Umarme das Chaos

Schwanger Umzug Tipps

Macht euch nichts vor – es wird chaotisch…

Über diesen Gedanken kann ich jetzt nur milde lächeln. Ein Umzug mit Kind, hochschwanger noch dazu, ist krass. Ich bin an meine Grenzen geraten. Ein Glück, dass wir auf so gute und verlässliche Freunde bauen konnten. Ich bin enorm dankbar. Ohne sie hätten wir es nicht geschafft.

Geschleppt habe ich mit meinem großen Bauch zwar nichts, aber koordiniert, geputzt, Essen organisiert. Das Sommerkind durfte den Tag bei Freunden verbringen. Es hätte zwischen Kisten, Werkzeug und Möbelfragmenten nichts verloren gehabt. Meine große Sorge, dass er sehr traurig sein könnte, hat sich bald zerstreut. Am ersten Tag hat er zwar noch fest darauf bestanden, wir mögen doch jetzt einmal bitte nach Hause gehen. Aber schon einen Tag später war er der größte Fan der neuen Wohnung und auch das “mithelfen” beim Aufbauen einfacher Möbel hat hn schwer begeistert.

Mein Schwangi-Bauch hat alles überraschend gut mitgemacht. Weder wurde der Bauch wegen Übungswehen öfter hart als zuvor, noch hatte ich mit Zipperlein oder Schmerzen zu kämpfen. Groß geschont habe ich mich nicht. Ich habe auf Signale meines Körpers gehört und da schien alles okay zu sein. Auch der Routinecheck bei der Frauenärztin gab Entwarnung: Muttermund ist fest geschlossen, Baby ist gesund und entspannt, alles gut.

Am Morgen nach der großen Schlepperei kamen trotzdem die Tränen der Überforderung.

Ich sah einen riesen Berg Arbeit vor mir, eine Wohnung, die noch überhaupt nicht kindgerecht ist, eine Küche, die noch nicht funktionsfähig ist, Möbel, die beim Umzug zu Bruch gegangen sind – und all dem gegenüber den heran nahenden Geburtstermin.

Schritt für Schritt ins neue Glück

Es war wohl doch alles ganzschön viel. Jeder Tag ist, bis heute auch nach zwei Wochen, voller Aufgaben und Dingen die es zu erledigen gilt. Gleichzeitig hat sich meine Überforderung und Erschöpfung nach ein, zwei Tagen gelegt. Denn man sieht so schnell Fortschritte! Es hat mich zwar fürchterlich genervt, dass ich nicht wie sonst Möbel aufbauen und “richtig” mit anpacken konnte. Aber auch so ging es Tat für Tag überdeutlich voran. Zimmer für Zimmer war bewohnbar. Die Kisten wurden immer weniger. Für die vom Umzug beschädigten Möbel haben sich schnell Lösungen gefunden. Und ich erkannte schnell, was ich an den neuen vier Wänden sehr schätzen würde:

Schwanger Umziehen

Vorweihnachtszeit im neuen Zuhause

Die Elstern und Gartenvögel, die uns jeden Morgen in unserem eigenen kleinen grünen Glück begrüßen.

Der warme Fußboden (Fußbodenheizung ist mit Kindern mal bitte sooo toll!).

Die netten, hilfsbereiten Nachbarn mit kleinen Kindern in einem ähnlichen Alter wie unser Sommerkind.

Die Freude daran, sich neu einzurichten und gemeinsam zu tüfteln, wie was am besten gestellt werden könnte.

Ein eigenes Zimmer fürs Sommerkind, in dem er spielen und schlafen kann. Ich liebe es zwar, das schnaufende Häufchen Glück bei uns im Bett zu haben. Deshalb darf er natürlich immer zu uns kommen. Aber ich denke an die ersten Monate mit einem kleinen Baby, in denen ruhige Nächte eine Seltenheit sind und daran, dass ich die Schlaflosigkeit unserem kleinen Großen gerne ersparen würde.

Jeden Tag kommt etwas Neues hinzu, was ich an unserer Wohnung sehr mag und was mich sehr fröhlich macht. Und auch, wenn unser Herd nach wie vor nicht funktioniert und ich auf zwei Campingplatten koche, auch wenn die Spülung oben bei der Toilette im großen Bad noch nicht funktioniert und der tägliche Weg zur Kita jetzt statt 5 Minuten über zwanzig dauert:

Ich bin sehr glücklich, dass wir noch vor der Geburt unseres Winterbabys Anfang Januar so eine tolle Bleibe gefunden haben und den Umzug nun größtenteils hinter uns gebracht haben.

Die letzten Wochen vor der Geburt nutze ich nun dazu, es hier weiter wohnlich zu machen, das Nestchen zu bereiten. Wenn auch ein bisschen schonender, als ich den letzten Wochen. Am Wochenende hat mir ein kleiner Hexenschuss nun doch auch körperlich eine Grenze gesetzt und Bücken wird mehr und mehr beschwerlich. Auch wenn der Umzug zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung war – so schnell wieder umziehen möchte ich erstmal nicht…

Schwanger Umziehen – meine Tipps

  • Schwanger Umziehen Tipps

    Füße hochlegen nicht vergessen!

    Findet einen zentralen Platz, an dem alle wichtigen Dinge bis zuletzt immer zu finden sind. Am Schluss kommen sie in eine “Superwichtig, täglicher Bedarf” Kiste.

  • Jede neue Aufgabe, jeder neue Gedanke: alles sofort aufnotieren!
  • Arbeitet euch beim Packen von “unwichtig” nach “wichtig” vor.
  • Beschriftet die Kisten lieber zu detailliert, als zu ungenau. Am Anfang werdet ihr dankbar dafür sein, denn die Kisten bleiben vielleicht ein bisschen länger stehen, als ihr gedacht habt.
  • Nutzt die Gelegenheit um ordentlich auszumisten und alten Balast loszuwerden.
  • Bittet ohne Scham um jede Hilfe, die ihr kriegen könnt. Ihr werdet sie brauchen.
  • Wenn ihr schon ein oder mehrere Kinder habt: schaut, dass sie während des Umzugstags gut untergebracht sind.
  • Ihr könnt nicht schleppen, lasst euch nicht dazu hinreißen. Finger weg von allem schweren Kram. Auch wenn es nicht leicht ist, den anderen alles aufzubürden. Aber es geht einfach nicht. Euer Beckenboden wirds euch danken.
  • Sorgt für kleine Verschnaufpausen und Fluchten aus dem Chaos. Und wenns nur eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen im Café nebenan ist.
  • Achtung bei Renovierungsarbeiten: Finger weg von Malerfarbe, chemischen Putzmitteln und Co!
  • Essen und trinken nicht vergessen – lasst euch im Zweifel von Freunden mit versorgen oder bestellt einfach was.
  • Hört auf euren Bauch, das zählt jetzt mehr denn je.
  • Übt euch in Geduld – alles wird gut, aber es wird länger dauern als ihr gerne hättet und als ihr es gewohnt seid.
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