Drei Monate Zweifachmama – mein neuer Alltag mit Baby und Kleinkind

Ein Wimpernschlag. Nur ein kurzer Augenblick. Gefühlt. Schon ist mein kleines zerbrechliches Vögelchen ein stabiles und fröhliches Baby. Mein kleines, zartes Sommerkind ein stolzer großer Bruder.

Was ich vorher dachte:

es wird Eifersuchtsdramen geben. Ich werde das Baby ständig rumschleppen und ausgezehrt und unausgeschlafen durch den Tag tappen. Käsebleich und mit dunklen Augenringen. Ich werde es nie schaffen, beiden Kindern gerecht zu werden, geschweige denn sie ins Bett zu bringen. Und vor allem: da bleibt keine Sekunde mehr für mich.

So ist es wirklich:

Nicht ganz so schlimm. Eigentlich sogar ziemlich okay. Das Baby ist unglaublich entspannt. Er liegt auf seiner Decke, beobachtet den Bruder, den Lichtfall an der Wand und seit Neustem auch seine Händchen, die er sich dann eifrig ins Mündchen schiebt. Der Kleinste liegt da fröhlich, blubbert und brabbelt vor sich hin und freut sich. Einfach so. Ich weiß ja, wie wandelbar Entwicklungsphasen so sind. Umso dankbarer bin ich für jede dieser Stunden. Es kommt mir so vor, als könnte ich diesen kleinen Kerl ganz wunderbar deuten diesmal. Bis jetzt konnte ich seine Bedürfnisse recht gut verstehen, außerdem wurde er glücklicherweise nicht von Bauchschmerzen oder dergleichen geplagt.

Er macht es mir also relativ leicht, was auch das ganze Zweifachmama Ding leichter macht.

Denn so bleibt auch Zeit für meinen „Großen“, der mit seinen bald drei Jahren mehr und mehr mit den Grenzen seiner Selbstständigkeit zu kämpfen hat, sich über uns ärgern muss und dessen liebstes Wort gerade „Nein“ ist. Fundamentalopposition vom Feinsten. Der aber trotz oder gerade wegen der Abgrenzung ein kleines Kerlchen mit großem Nähebedürfnis ist. Von Eifersüchteleien sind wir bislang ganz verschont geblieben. Noch. Und wieder freue ich mich über jeden dieser Tage voller Zärtlichkeit, in denen der große Bruder das Baby weitestgehend Baby sein lässt, wenn er ihm nicht gerade „soooo viele“ Küsse aufdrücken mag oder sich zu ihm kuschelt. Sechser im Lotto.

Also alles eitel Sonnenschein?

Joa, jein. Denn klar: ein Zwerglein mehr bedeutet wieder eine neue Lehrstunde in Geduld. Gerade was das zu Bett bringen anbelangt, wenn ich mit beiden alleine bin. Oder Nachmittage, in denen das Sommerkind gereizt und müde ist und seine und meine Laune einfach nicht zusammenpasst und es kracht. Es ist manchmal anstrengend. Aber es geht.

Ein Kind mehr im Haus ist weniger Zeit für mich. Eine Dusche in Ruhe: Luxus! (Das glaubt einem ja immer keiner, der das nicht selbst erlebt hat. Aber ist doch so, oder? Duschen wird zur SPA Auszeit) Ein Blogbeitrag: harte Arbeit, Textbaustein für Textbaustein entsteht in kurzen Päuschen, die die zwei Mäuse mir lassen. Abends ausgehen: in ganz ganz weiter Ferne. Ein bisschen Mimimi ist also auch dabei.

Aber irgendwie fällt es mir diesmal leichter als bei Kind No. 1. Denn eines habe ich immer im Hinterkopf. Alles ist im Wandel. Was sich heute noch endlos zehrend anfühlt, ist ein paar Stunden später oder am nächsten Tag vorbei. Die Kleinen entwickeln sich fortlaufend. Werden groß (so schnell!). Meine Zeit kommt wieder, schon bald.

Jetzt ist erst mal das WIR dran, mit allem was dazugehört.

Müdigkeit, Zerreißproben in Geduld, verplante Tage, aber auch Nähe, Geborgenheit, Kichern und Glucksen, kleine Hände, die sich vertrauensvoll um meine Finger schließen und diese Blicke, voll Liebe und unendlichem Vertrauen.

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