Ihr könnt mir nix. Über “f… euch doch alle” Momente

Nanu. Das f-Wort? Gar nicht mein Ding, dieses Fluchen. Klingt meist auch komisch aus meinem Mund. Nicht mal geschrieben geht es mir leicht von der Hand. Aber es gibt Situationen, da muss es raus. Kennt ihr das?

An Tagen zum Beispiel, an denen dich gefühlt jede und jeder anblafft. So Tage, die wie verhext sind. An denen du dich irgendwann selbst fragst, ob du irgendwie unfreundlich gewesen sein könntest – dabei warst du einfach wie immer. Vielleicht haben einfach alle, die dir an diesem Tag begegnet sind durch Zufall miese Laune gehabt oder es ist irgendetwas im Argen.

Oder wenn einfach wirklich vom Aufstehen weg alles scheinbar grundverkehrt läuft. Ich hab das manchmal, so Tage, an denen ich mich ständig irgendwo stoße und mir Sachen runterfallen. So Tage, an denen man – obwohl man wirklich nicht schwarz fährt, nie – einmal vergisst ein Ticket zu lösen, weil der Kopf wo anders ist und genau dann kontrolliert wird. Darüber kann man ja in Maßen lachen, aber irgendwann ist es dann auch nicht mehr witzig.

Ein Bekannter hat am Arbeitsplatz jeden Tag stundenlang die schlechte Laune seines Kollegen abgekriegt. Die volle Packung. Er hat scheinbar keinen anderen Kanal. Je nach seiner Laune wird er morgens von ihm freundlich begrüßt oder ignoriert. Irgendwann gipfelte es in einer handfesten Auseinandersetzung, die ohne Lösung endete. Statt ehrlichen Worten und einem aufeinander zugehen, gibt es bis heute fast täglich diese gequält aufgesetzten “Tz-haaaa” Seufzer, gerne auch mit einem Augenrollen serviert, das gerade so subtil geäußert wird, dass man es noch wahrnimmt.

Mit manchen Leuten passt es einfach nicht.

Irgendwie ja auch logisch. Wir sind alle das Ergebnis eines Mix aus Veranlagung, Erziehung, Prägung, Erlebtem und Erfahrungen die so individuell sind, dass es natürlich nicht zwischen allen Menschen passen kann. So kann man das dann mit etwas Abstand betrachten. Wenn man der Dalai Lama ist.

In solchen AAARGH-Momenten, in denen man kurz davor ist sich in Hulk zu verwandeln oder schreiend davon zu laufen, da hilft eine kleine, aber verdammt einfache Sache, den Hitzkopf trotzdem schnell wieder abzukühlen: ich denke an das, was mir wirklich wichtig ist. Zehn Leute blaffen mich über den Tag verteilt an? Sollen sie doch. Die können mir nämlich garnix.

Ich hab da meine ganz besondere Energiequelle.

Meinen Gute-Laune-Pool. Zum Beispiel der Gedanke daran, wie ich mein Sommerkind aus der Kita abhole und er lachend in meine Arme springt und ich an seinem sandig, klebrigen Hals rieche. Die bedingungslose Begeisterung, mit der das Winterbaby aufkreischt vor Freude. Der süße kleine Kerl. Oder Gespräche mit meinen Vertrauten, meinem Partner, meinen Freunden, meiner Familie und sie stärken mich, sind für mich da. Mit euch tollen Menschen kann ich reden bis in die Nacht oder auch einmal schweigen und mich wohl fühlen. Wir müssen nicht immer einer Meinung sein, aber wir haben unseren Weg Dinge zu lösen. Voller Anerkennung, Respekt und Liebe.

Nicht jede*r muss mich mögen. Ich hab meine feste Basis. Dafür bin ich dankbar. In diesen “f… euch doch alle”-Momenten vielleicht noch ein Quäntchen mehr als sonst.

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