Das einfache Glück

Mir ist aufgefallen, dass ich euch schon lange kein Update mehr zu unserem Alltag gegeben habe. Dazu, wie es mir geht und was sich bei uns tut. Aber kennt ihr das, wenn ihr mit Freund*innen redet und euch denkt, ihr hättet nichts vergleichbar Spannendes zu sagen? Keine großen Verkündungen, keine beklagenswerten Negativmeldungen? Wenn ihr weder Zuspruch noch Trost braucht und alles im Grunde genommen einfach nur okay und gut ist? Von Sensationen nicht die Spur?

So ist das hier gerade.

Hier läuft ein geregelter, entspannter Alltag. Meine zwei, drei Tassen Kaffee am Tag sind mir heilig. Wir waren nicht im Urlaub, aber das ist okay. Es war schön zuhause. Die Kinder entwickeln sich, haben den einen oder anderen schlechten Tag. Im Großen und Ganzen aber macht es Spaß mit ihnen, auch wenn das Winterbaby inzwischen anhänglicher aka „gehkeinedreischrittevonmirweeeeegmamaaa“ geworden ist und das Sommerkind eine beachtlichen Zorn entwickeln kann. Unvergessen, als er auf einer Bahnfahrt blass zitternd seine schlimmsten Beschimpfungen auf mich losließ: „Du bist… garnicht groß! Du bist ganz klein! Du Panza!“ (Weil ich ihn von einem Sitz gehoben hatte, er aber klettern wollte, ich Honk).

Laaangweilig.

Sagen wir es so, wie es ist: es ist langweilig schön. Ganz wunderbar so. Kein besonderer Stress, keine Sorgen, schnöder Alltag. Und trotzdem halte ich jeden tollen Moment so bewusst es geht fest.

Jetzt weiß ich diese Zeiten zu schätzen. Die der Ruhe und des einfachen Glücks, das nach sonnenwarmen Himbeeren schmeckt. Das einfache Glück, mit dem Sommerkind ein Buch nach dem anderen zu lesen – er ganz eng an mich gekuschelt. Barfuß im Gras zu laufen. Eine Tasse Kaffee zu trinken und dabei das glucksende Winterbaby bei den ersten Krabbelversuchen anzufeuern. Mit einer Freundin abends auszugehen und auch nach über zehn Jahren Freundschaft noch ein nie enden wollendes Reservoir an Gesprächsthemen zu haben. Von zartem Babyflüstern oder Kinderkäsefüssen geweckt zu werden. Zu träumen, tagsüber. Sonne auf der Haut zu riechen. Zu küssen. Zu lieben. Das alles, ihr wisst schon. 

Das ist wohlmöglich das größte Glück.

Auch wenn es so einfach und schnöde und unspektakulär ist. Manchmal auch ermüdend und anstrengend. Das Leben eben. 

Das einfache Glück

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Das einfache Glück

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There are 2 comments

  1. Justinchen

    Beim zweiten Kibd läuft alles selbstverständlicher, gell?
    Kind Nr. 1: Yeaaaaah, er ist gesund und … er krabbelt schon! Fotos, Videos, Mitteilungen an Familie und Freunde…
    Kind Nr. 2: Grad nix Besonderes los hier, Gottseidank. Freu mich über Treffen mit Freundin. Achso: Kind krabbelt ganz ordentlich.
    😉
    Nee, im Ernst, freut mich, dass es Euch gut geht und Ihr es so entspannt und gleichzeitig bewusst zu genießen wisst!

    1. Sabine Ponath

      Zugegeben – das erste Robben habe ich als Sensationsnachricht auch bei Kind Zwei in den Freundeskreis gepusht. Aber – im Grunde ist es wohl so. Alles war irgendwie schon mal da, nur ein bisschen anders. Und trotzdem unvergleichlich ❤️

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