Zeit der Umbrüche – Bitter Sweet Symphony

Berlin Weihnachten 2018Zum ersten Mal ganz bewusst erlebte ich einen großen Umbruch, als meine Schulzeit endete. Es war, als ob alles einfach immer so weiter gehen würde wie zuvor. Dabei war meine Schulzeit nur eines von vielen Lebenskapiteln. So wie auch später erfuhr ich zum ersten Mal diesen Gefühlscocktail aus kitzelnder Vorfreude, nagender Ungewissheit und einer sanften Melancholie des Abschiednehmens. Ich wusste: diese Phase meines Lebens ist unwiederbringlich vorüber. Jetzt, gegen Jahresende geht es mir wieder ähnlich, auch wenn der Bruch nicht so extrem scheint.

Vielleicht werden diese Kapitel mit Kindern sogar häufiger und dafür kürzer. Plötzlich gibt es so viele dieser Zielmarken, so viele wichtige und große Ereignisse, die nicht zurück kehren werden.

Baby wird Kind, UmbrücheMein Winterbaby wird bald ein Jahr alt. Dieses strahlende kleine Wesen. Mein Kleiner hatte einen harten, ruckartigen Raketenstart in sein Leben (hier könnt ihr noch einmal den Geburtsbericht nachlesen). Ich dachte, dass er vielleicht gestresst werden würde. Nichts da. Von Anfang an war unser Silvesterbaby ein entspanntes Kerlchen. Sobald er mit etwa sechs Wochen das erste Mal lächelte, war Fröhlichkeit eine seiner auffälligsten Eigenschaften. Sogar auf der Straße sprachen mich Menschen auf sein Strahlen an. Er war einfach zu verstehen, machte seine Bedürfnisse ganz deutlich und schlief einfach, wenn ihm danach war. Kurzum: es war ein größtenteils harmonisches, ruhiges Elternzeitjahr, das ich sehr genießen konnte. Das endet demnächst.

Da ist sie wieder, meine alte Freundin Melancholie.

Mein Baby wird groß, fängt gerade an zu laufen. Das zerbrechliche, dünne Wesen ist zu einem robusten Kerlchen herangewachsen. Wird es meine letzte Elternzeit gewesen sein? Wie wird das neue Jahr werden, wenn ich arbeiten werde und zwei Kinder nachmittags aus der Kita hole? Ich hab ein bisschen Respekt vor dem, was da auf mich zukommt.

Gleichzeitig freu ich mich auf den neuen Job. Schon jetzt habe ich stundenweise kleine Recherche- und Textarbeiten für meinen neuen Chef gemacht. Ab Februar dann geht es mit einer Teilzeitstelle wieder im Bundestag los. Ich freu mich auf das neue Team, das mich bisher sehr offen und unterstützend aufgenommen hat. Ich freu mich auf die betriebige, wache Stimmung im Bundestagsbüro.

So nah dort arbeiten zu dürfen, wo die tägliche Politik sich live abspielt, erfüllt mich auch nach Jahren mit Ehrfurcht.

Ich freu mich auch, wieder so richtig tief in Sachthemen eintauchen zu können, mit spannenden Menschen im Austausch zu sein und meinen Horizont zu erweitern.

Gleichzeitig habe ich gerade das Gefühl, dass ich gar nicht wirklich Ruhe habe um darüber nachzudenken, Abschied zu nehmen oder in die Zukunft zu schauen. Dieses Jahr scheint mir die vorweihnachtliche Liste der offenen Erledigungen endlos. Dazu kommt die Kita Eingewöhnung, die mich nicht kalt lässt. Es ist alles ein bisschen viel. Aber – vielleicht es sogar besser so, als sich zu sehr den Kopf zu zerbrechen über Dinge, die ich ohnehin nicht beeinflussen kann.

Und so bin ich wieder mittendrin, in dieser Bitter Sweet Symphony. Habe wieder ein paar Kapitel zu meinem Lebensbuch hinzugefügt. Weiß, dass viele weitere auf mich warten werden.

2018 – du warst gut zu mir. 2019 – ich bin bereit für dich.

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