Hallo aus der Emoblase

22. Januar 2019

Ein Wandel steht bevor. Es fing an, als das Winterkind ein Jahr alt wurde und ich irgendwie gar keine Zeit hatte, so richtig zu rekapitulieren. Oder doch – Zeit war da. Aber irgendwie war dauernd was los.

Meine Elternzeit startete im Liegen, maximale Ruhe. Sie ging entspannt weiter. Was habe ich diesen Sommer genossen. Dazu die Erkenntnis: es gibt sie, die sagenumwobenen Schlafbabys. Das Winterkind war eines davon. Der pure Luxus. So hatte ich Zeit um im Garten herum zu streunern, Sonnenstrahlen auf mich scheinen zu lassen. Zu allem Überfluss war auch die Geschwisterbeziehung von Zärtlichkeit und Nähe geprägt. Keine Spur von Eifersucht oder bitteren Zwischentönen. Vielleicht verkläre ich dieses Elternzeitjahr? Mag sein. Weil es nun rum ist und Monat für Monat an galoppierender Dynamik gewann.

Ich bin gerade n büschn nah am Wasser.

Irgendwie hätte es doch immer so weiter gehen können. Aber – machen wir uns nichts vor: das Baby ist ein kleines, sehr mobiles Kind geworden. Er ist neugierig und offen und ist kaum zu bremsen.

Außerdem: Mein Hirn freut sich wie Bolle über erste Arbeitsaufträge, die ich stundenweise schon seit November übernommen habe. Verdammt, ich mag meine Arbeit halt. Dazu ein Team, das dich mit offenen Armen aufnimmt, erste spannende Themen für dich reserviert. Ich kann es kaum erwarten loszulegen, so richtig.

Es ist als ob zwei Herzen in meiner Brust schlagen würden.

Ich will alles zu hundert Prozent. Will jetzt sofort im Job richtig präsent sein und konzentriert arbeiten. Will aber auch dieses wunderschöne Jahr einfrieren. Diese Zeit aber kommt nie wieder. In meinem Herzen kann ich meine zwei Kleinen an mich gedrückt halten. Das zarte, zerbrechliche Baby auf dem Arm, mein Sommerkind an meiner Seite. Meine Nostalgie geht soweit, dass ich mir vor zwei Wochen doch tatsächlich ne Babytrage fürs Sommerkind erkreiselt habe – obwohl wir doch eine haben und der kleine Mann wahrscheinlich nicht mehr allzu lang regelmäßig getragen wird. Aber – er war doch eben noch so klein.

Die Zeit ist gnadenlos. Aber auch großzügig.

Die Boys werden größer, es macht Spaß mit ihnen mehr und mehr kommunizieren zu können. Vor allem das Sommerkind bringt mich mit seinen Redewendungen ständig zum Staunen. Der Kleine spricht zwar nicht, versteht aber so gut wie alles. Außerdem wird das Band unserer Bindung Tag für Tag dicker verknüpft.

Ihr seht: die Olle ist hier gerade ein bisschen auf dem Emotrip. Aber wisst ihr was? Dann ist das eben so. Ich erlaube mir die Wehmut über die Vergänglichkeit der Zeit. Ich erlaube mir sprudelnde Vorfreude und Abschiedsschmerz. Das ganze mixe ich in einen Cocktail, einmal schütteln und heraus kommt: ein neuer Lebensabschnitt als berufstätige Zweifachmama.

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4 Comments

  • Reply Hanna aus @der_zauberderberge Haushalt 22. Januar 2019 at 12:46

    Aufwühlend,gell?! Ich kenne das so ähnlich, obwohl ich tatsächlich keine richtige Elternzeit hatte…bei beiden nicht. Ich wünsche dir ein gutes im Herzen bewahren der Zeit daheim und gleichzeitig volle Power für den Job!!

  • Reply Justinchen 22. Januar 2019 at 13:44

    Alles, alles Gute! Mir geht’s grad ähnlich … das kostbare Elternzeitjahr ist fast rum, viel zu schnell kommt jetzt die Eingewöhnung, und obwohl ich mich auch wieder total darauf freue, mein Gehirn auch wieder für meinen Job zu benutzen (und auch merke, dass das „Baby“ keines mehr ist) , wünschte ich mir doch im Moment, die Zeit anhalten und so viele schöne Momente „einfrieren“ zu können (die weniger schönen kann ich im Gedenken an den Neustart jetzt schon wieder viel besser ausblenden…;-))

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    Ich stimme zu.

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