Was der Digitalpakt für den Ausbau der Ganztagsschulen bedeuten könnte… (ANZEIGE)

12. März 2019
JAKO-o Bildungsstudie

Noch ist er zu klein, aber spätestens nächstes Jahr müssen wir uns mit einer Schule fürs Sommerkind beschäftigen.

Digitalpakt. Den einen sagt das so gar nichts. Die anderen erinnern sich: da sollen Schulen eine Finanzspritze für die technische Infrastruktur bekommen, sprich Tablets, Laptops und Co aber auch und vor allem Personal kann dadurch finanziert werden. Was aber noch kaum Thema ist: die Einigung beim Digitalpakt könnte endlich auch einen Hoffnungsschimmer für den Ausbau der Ganztagsschulplätze bedeuten. Wie dringend die Eltern mehr und qualitativ hochwertige, gebundene Ganztagschulplätze wünschen, hat auch die 4. JAKO-O Bildungsstudie wieder klar gemacht:

Fast drei Viertel (72 Prozent) der befragten Eltern wünschen sich einen Ganztagsschulplatz für ihr Kind, aber nur 47 Prozent haben einen solchen.

Argumente für die Ganztagsschule

Kürzlich habe ich fürs MUMMY MAG einen Artikel geschrieben, in dem Lehrerinnen die gravierende Chancenungleichheit aus ihrer Sicht geschildert hatten. Fakt ist in Deutschland: Kinder von Akademikereltern besuchen mit einer acht Mal höheren Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine Hochschule, als Nachkommen von Eltern mit einem niedrigeren Bildungslevel. Ich sehe die gebundene Ganztagsschule als eine Möglichkeit, alle Kinder gleichwertig zu erreichen und zu fördern, egal mit welchem Hintergrund sie kommen. Außerdem könnte dann auch der Unterricht flexibler gestaltet werden, man müsste sich nicht mehr starr an den 45 Minuten Takt halten sondern könnte Ruhe- und Lernphasen an die Bedürfnisse der Kinder anpassen. Und für Kinder aus finanziell eher schwachen Milieus spielt auch das gemeinsame Mittagessen eine nicht unwesentliche Rolle.

Mal ganz von diesen Vorteilen für die Kinder abgesehen: momentan bin ich auf eine Kindertagesstätte angewiesen um entsprechend arbeiten zu können. Für berufstätige Eltern ist es ein Vorteil, wenn die Kinder mit ihren Freundinnen und Freunden zusammen auch bis in den Nachmittag hochwertige und abwechslungsreiche Betreuung und Beschulung bekommen, anstatt auf den Hort setzen zu müssen. Gut, okay, das war jetzt zugespitzt – nichts gegen den Hort.

Aber ich weiß, dass ich auch zukünftig auf eine Betreuung am Nachmittag angewiesen sein werde, solange die Kinder noch klein sind – denn mir ist es wichtig weiter berufstätg sein zu können.

Ich hätte nichts dagegen, wenn die Kinder auch am Nachmittag eine schulische Förderung im Klassenverbund bekommen würden. Offensichtlich sind da ein Großteil der Eltern auch meiner Ansicht. Der Onlineshop JAKO-O gibt regelmäßig eine Bildungsstudie heraus, bei der Eltern ganz genau zugehört wird und sie die Chance bekommen, von ihren Erfahrungen und Wünschen zu erzählen.

JAKO-O Bildungsstudie Ganztagsschule

Aber… So toll Ganztagsschulen klappen, wenn sie gut ausgestattet sind, so unzufrieden sind die Eltern, wenn das eben nicht der Fall ist. Und dann kann der Schuss natürlich auch nach hinten los gehen. 37 Prozent der befragten Eltern sehen Verbesserungsbedarf bei der „individuellen Förderung“. Jeweils 25 Prozent sind unzufrieden mit der Hausaufgabenbetreuung, den Gesprächen zwischen Eltern und Pädagogen oder der Verknüpfung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten. Der Ganztagsschulverband fordert bundesweit einheitliche Standards für Ganztagsschulen und appelliert an die Politik, die notwendigen finanziellen Mittel für Bildung und Betreuung bereit zu stellen. 

Warum der Digitalpakt eine Chance birgt

Klar und unumstritten ist: Ganztagsschulen können echte Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich fördern. Dafür müssen sie aber nicht nur zahlenmäßig ausgebaut werden, sondern natürlich auch pädagogisch und von der Ausstattung her top sein. Das kostet. Schon jetzt ist klar: der finanzielle Bedarf an deutschen Schulen ist viel höher, als die momentan bereitgestellten 5 Milliarden Euro. Der Ausbau der Ganztagsschulen steht im Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU/CSU – doch bislang ist nichts geschehen.

Lange hat die Verfassung eine echte Kooperation von Bund und Ländern in Bildungsfragen unterbunden. Der Digitalpakt bedeutet daher mehr als nur ein paar Laptops und Tablets. Nun soll der Bund die Länder künftig finanziell unterstützen dürfen, und zwar nicht nur wenn es um die digitale Infrastruktur geht.

Am 15. März wird im Bundesrat über diese Sensation im Bundesrat abgestimmt. Es wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Wenn diese Hürde aber geschafft ist, dann gibt es in meinen Augen keinen Grund mehr, mit einem flächenddeckenden Ganztagsschulprogramm abzuwarten. Die GroKo muss dann Farbe bekennen und zeigen, wie ernst sie es mit der Chancengerechtigkeit meint.


Dieser Beitrag entstand als Kooperation mit JAKO-O. Das Unternehmen ist vor allem bekannt für Spielzeug, Kleidung und Co – bringt aber auch in unregelmäßigen Abständen die zitierte Bildungsstudie heraus, die ich sehr spannend fand.

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