Atemlos. Was die letzten vier Wochen geschah

10. Mai 2019
Moin animo
Moin animo
Bild: Anne-Kristin Gückel, Mio Animo

Die letzten vier Wochen waren ein atemloser Ritt voller neuer Menschen, voller Nervenkitzel, voller Stunden mit Klemmbrettern in der Hand. Ihr habt bestimmt mitbekommen: ich habe mich bei Parents for Future engagiert und gemeinsam mit ihnen eine Petition für ein Klimaschutzgesetz beim Bundestag eingereicht. Wieso, weshalb, warum: das habe ich fürs Mummy Mag aufgeschrieben.

Kurz und schnell lässt sich sagen, dass ich keine Geduld mehr habe und nicht länger zusehen will, wie die Welt den Bach runter geht.

Kinder Chaos

Die Welt, in der meine zwei Söhne groß werden. So eine Petition jedenfalls trägt Anliegen direkt in den Bundestag zu den Abgeordneten im Petitionsausschuss. Die entscheiden dann, ob das Anliegen nicht, teilweise oder ganz begründet ist. In den letzten beiden Fällen kriegt dann die Bundesregierung eine Empfehlung dem Anliegen ganz oder teilweise nachzukommen. Tut die das nicht, muss sie öffentlich erklären warum. Sicher, ein stumpfes Schwert. Aber ein weiteres Druckmittel auf dem Weg zu echtem Klimaschutz.

Bis an die körperlichen Grenzen

Die letzten vier Wochen waren einfach krass. So etwas habe ich zuletzt im Ansatz mitgemacht, als ich vor hundert Jahren Landtagskandidatin war. Jeder Abend war Telefonkonferenzen oder Schriftarbeit im Kontext der Petition vorbehalten. Dazu: Treffen mit den Parents, Unterschriften sammeln auf Märkten und auf der 1. Mai Demo. Der große Unterschied zu der Landtagskandidatur meinen Alltag betreffend: damals waren da ja noch nicht die zwei kleinen Buben, die jetzt zu Recht meine Aufmerksamkeit einfordern. Es lief also so: morgens aufwachen, erste Sachen für Parents machen, selbst ins Bad, Kinder fertig machen, ab zu Arbeit, dann vorm Abholen für die Kinder was für Parents machen, dann Kinderkinderkinder (in Ausnahmefällen auch am Nachmittag in Sachen Petition telefonieren) und Abends dann telefonieren/arbeiten für die Parents.

Ich sag mal so: mein Körper hat mir ziemlich schnell signalisiert, dass der Takt auf Dauer nicht gesund ist. Jede Woche ein neues, fettes Herpesbrett auf der Lippe (sonst vielleicht einmal im Jahr), Appetitlosigkeit und zum Abschluss der Petition, als klar war, dass es gut ausgehen würde: eine fette Erkältung die mir immer noch nachhängt.

Nichts bereuen

Bereue ich die Anstrengungen? Nein. Es war krass und überdominant. Aber wir haben gemeinsam 62.000 Stimmen online und 10.000 Stimmen auf Unterschriftenlisten gesammelt. Damit haben wir das Thema Klimaschutzgesetz sowas von in den Bundestag gebracht. Tatsächlich ist unsere Petition eine der Erfolgreichsten seit Einführung der E-Petition im Bundestagswesen.

Davon abgesehen habe ich so viel gelernt – darüber, wie sich Dynamiken aufbauen, wie Graswurzelwurzelbewegungen sich organisieren, wie man Kritik und Zuspruch in Einklang bringt.

Und jetzt? Jetzt gibt es immer noch zu tun, klar. ich engagiere mich auch weiterhin bei Parents for Future (und ihr könnt das auch). Nur nicht mehr in diesem extremen Takt. Ich brauche wieder mehr Zeit um durchzuatmen, um ohne Handy und Rufbereitschaft Ruhe für meine Kinder zu haben.

Was aber bleibt ist für mich eine zentrale Botschaft: ihr habe eine kleine Idee? Wollt etwas verändern aber traut euch nicht? Tut es einfach. Versucht, was passiert. Geht auch euch hinaus und wagt euch ins Abenteuer. es gibt nicht viel zu verlieren, zu gewinnen aber schon.

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