Juli. Fragen. Pause.

3. Juli 2020

Zum ersten Mal seit mehr als vier Jahren Bestehen des Blogs mache ich hier auf dem Blog eine Pause. Den Juli über will ich mir über einige Fragen klar werden – und darüber, was das für meine Webpräsenz hier bedeutet.

Worum geht es hier eigentlich noch?

Den Blog Mum and still me habe ich gestartet, als ich als frische Mama mit dem Konflikt zwischen Muttersein und Selbstbleiben klar kommen musste. Eigentlich brachte mich eine Freundin auf die Idee, meine Gedanken und Tipps aufzuschreiben. Tipps zum Elternsein. Aber auch die, die mich selbst ausmachen – alles rund um einen nachhaltigen Lebensstil, Mode, die ich mag und Naturkosmetik. Im Vordergrund aber stand das Familienleben.

Ihr seid mitgewachsen, habt mein Geschreibsel begleitet. Von Wickelhacks über das Erkunden der Autonomiephase bis hin zur Kitaeingewöhnung. Mein pädagogischer Background hat mir bei der Recherche und beim Schreiben geholfen. Tatsächlich sind die meistgelesenen Texte bis jetzt:

Ich will nicht mehr über meine Kinder schreiben

Ich habe an anderer Stelle schon einmal geschrieben, dass ich es zunehmend schwierig finde, meine Kinder in meine Texte einzubinden. Sie haben ein Recht auf Privatsphäre und sind mittlerweile so ausgeprägte Persönlichkeiten, so individuell und eigen. Ich kann nicht darüber schreiben. Es fühlt sich falsch an.

In der letzten Zeit sind meine Texte daher zunehmen persönlich und politisch geworden. Dazwischen gab es die eine oder andere Werbung oder mal ein Rezept. Das hat schon Spaß gemacht, ich stehe auch zu den Werbepartnerschaften, die ich eingegangen bin. Es sind Unternehmen und Label, die ich wirklich gut finde und die ich auch meinen besten Freund*innen ans Herz legen würde.

Und doch…

Und doch ist da ein leiser Zweifel: worum geht es hier überhaupt noch? Muss ich die tausendste Lifestyle Bloggerin sein? Kann ich überhaupt über Politik schreiben, als neutrale Bloggerin. So wie ich es damals zur Wahl gemacht habe? Denn mehr und mehr merke ich: ich war und bin nicht politisch neutral. Ich bin Mitglied der Grünen und überzeugt von den meisten Positionen und Werten, für die diese Partei steht.

Ist das hier noch ein Elternblog? Und wenn nicht: was ist das hier dann eigentlich? Kann ich unter Mum and still me politische Texte schreiben? Und wenn ja: wie passt das mit Werbung und Lifestyle zusammen?

So oder so habe ich das Gefühl, dass politisches Engagement und politische Äußerung wichtiger ist, denn je. In einer Zeit, in der antidemokratische, rechte Gesinnung Konjunktur hat, müssen wir wachsam und wehrhaft sein. In einer Zeit, in der die Klimakrise das Leben unserer Kinde bedroht und das vieler Menschen im globalen Süden schon jetzt zerstört, da kann ich nicht stumm bleiben. Und auch in dieser Ausnahmephase, die zeigt, wie sehr Familien um ihren Stellenwert in der Politik kämpfen müssen um gesehen und gewürdigt zu werden – da muss ich mich einsetzen!

Ist aber der Blog hier das richtige Medium dafür?

Ich mache eine Pause

Über den Juli will ich mir über all diese Fragen klar werden und danach entscheiden ob und wie es hier weitergehen wird. Auf Instagram teile ich weiterhin ab und an Bilder und politische Updates mit euch, bis auf eine Woche, in der ich komplett offline sein will.

Was mich interessiert: wieso seid ihr primär hier auf dem Blog? Würdet ihr auch hier bleiben, wenn ich mich wieder stärker privat politisch äußern würde? Oder seid ihr eher wegen der Familien- und Lifestylethemen hier?

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2 Comments

  • Reply Tobias 3. Juli 2020 at 14:22

    Liebe Sabine,

    zuerst zu Deinen Fragen: Manchmal bin ich wegen Familienthemen hier, seltener wegen Lifestyle und meistens wenn es um Politisches geht. Ich würde also bleiben. Aber ich bin vermutlich nicht repräsentativ, weil ich mit Dir zwar zum Teil die familiäre Situation Teile (zwei Kinder, aber auf dem Land nicht in Berlin), viel mehr aber den politischen Hintergrund.

    Eher ungefragt noch etwas eigene Meinung: Ich würde mich freuen wenn Du weiter machst. Lifestyle-Inhalte gibt es auf Facebook und Instagram sicher mehr als genug. Auf diesen Plattformen unterliegt Du aber auch deren Regeln. Facebook zum Beispiel ist so aufgebaut, dass eigentlich nur aktuelle Inhalte sichtbar sind. Eine hohe Frequenz eher weniger tiefgehender Inhalte ist fast schon eine zwangsläufige Folge.

    Auf einer eigenen Webseite hast Du fast alle Möglichkeiten. Gerade bin ich von Facebook kommend hier gelandet und habe ein paar weitere Artikel gelesen bzw. überflogen. Das ist so auf den Plattformen kaum möglich.

    Und jenseits der technischen Aspekte. Du greifst wichtige und spannende Themen auf dieser Seite auf. Auch wenn sich der Schwerpunkt in Zukunft verschieben sollte, fände ich es schade wenn Dein Blog verloren ginge.

    In jedem Fall liebe Grüße und ein schönes Wochenende

    • Reply Sabine Ponath 3. Juli 2020 at 14:43

      Danke Dir vielmals. Das ist ein total relevanter Aspekt, das stimmt. Ich überlege auch eher vielleicht die bisherige Aufstellung des Blogs zu ändern, mehr in Richtung Politik. Aber auch das ist nur einer von so vielen Gedanken…..

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