Wir kriegen das wieder hin. Wir müssen. Unser kleiner, feiner Beitrag zu Klimaschutz und Biodiversität.

27. November 2020

Meine Filterblase ist öko, grün, nachhaltig. Ich weiß also eigentlich, was der Verlust der Biodiversität für uns alle bedeutet. Was die Klimakatastrophe im Begriff ist zu zerstören. Ich weiß, wie überwältigend und groß diese Probleme sind. Und trotzdem hat es mich dann wieder einmal abgewatscht, als ich die Netflix Doku “Mein Leben auf unserem Planeten” von Sir David Attenborough gesehen habe.

Es läuft echt viel schief

Also nichts Neues, aber in der Bildgewalt schon sehr sehr eindrücklich. Die Doku schüttelt noch einmal durch, holte mich aus dem Jetzt meines Alltags. Sie zeigt das große Ganze auf. Wir sind doch eigentlich winzig. Ein kosmischer Zufall. Und sind dabei uns auf den Weg zum nächsten großen Massenaussterben. Das ist kein melodramatisches Geschwafel, das ist real. Das EU-Projekt ESPAS (European Strategy and Policy Analysis System) warnte im vergangenen Jahr in der Studie CHALLENGES AND CHOICES FOR EUROPE:

“An increase of 1.5 degrees is the maximum the planet can tolerate; should temperatures increase further beyond 2030, we will face even more droughts, floods, extreme heat and poverty for hundreds of millions of people, the likely demise of the most vulnerable populations – and at worst, the extinction of humankind altogether.” (Seite 9)

Also übersetzt: wir müssen es schaffen, dass der Planet sich nicht um mehr als 1,5 Grad Celsius gegenüber der Durchschnittstemperatur zu Beginn der Wetteraufzeichnungen aufheizt, ansonsten kommen düstere Zeiten auf uns zu.

Are we lost?

“The water level’s rising! The water level’s rising!
The animals, the elephants, the polarbears are dying!
Stop crying, start buying, but what about the oil spill?
Shh, no one likes a party pooping spoil sport
Massacres, massacres, massacres, new shoes” (Kate Tempest, Europe is lost)

Die zynisch düsteren Worte von Kate Tempest (Das Album “Let them eat chaos” ist übrigens GROSSARTIG!) kenne ich von mir selbst. Wenn ich auf all das schaue, was uns an diesen Punkt gebracht hat. Und auch wenn ich mich selbst betrachte, meine Konsumwünsche und die Versuchung, all die anstrengenden Gedanken doch einfach mal beiseite zu lassen und “new shoes” anzuprobieren. Das ist nur menschlich und ich erlaube mir mild mit mir und euch und uns zu sein.

Aber wir können eben doch etwas tun. Das dürfen wir nicht ignorieren. Wir tragen eine Verantwortung – für die Menschen im globalen Süden und unsere Kinder.

Kopf in den Sand? Nononono….

Wir können was beitragen. Wir müssen es. Ich mach euch ein paar einfache Vorschläge. Wie wärs, ihr sucht euch (mindestens) einen davon aus – und setzt das um. Klar, die Politik wird weiter gefragt sein. Um die rauchenden Industrieschlote sauber zu kriegen. Um Anreize für eine Verkehrswende zu schaffen. Um zu Renaturieren und über Handelspolitik die weitere Ausbeutung unserer Ressourcen zu verhindern. Und und und. Aber wir haben als Konsument*innen größeren Einfluss, als wir vielleicht meinen… Also. Sucht euch was aus, probiert es aus. Lasst uns die Welt ein bisschen besser machen.

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Reduziert Fleisch und Milchprodukte! Für deren Produktion werden riesen Flächen Land für Futter gebraucht. Statt Futtermitteln könnten auf diesen Flächen pflanzliche Nahrungsmittel für uns wachsen. Mehr dazu auch hier: https://www.greenpeace.de/

Stellt um auf Öko-Strom! Nicht viel teurer, aber eine große Wirkung. Doch Vorsicht: Große Anbieter wie RWE finanzieren über deren Grünstrom-Sparte auch Kohle und Co. Deshalb lieber zum Original. Wir beziehen beispielsweise Energie über die Elektrizitätswerke Schönau. Hier gibt es eine Übersicht über “echte” Öko-Strom Anbieter: https://utopia.de/bestenlisten/die-besten-oekostrom-anbieter/

Kompensiert, was ihr nicht vermeiden könnt! Auf dem Weg zu einem möglichst klimaneutralen Leben könnt ihr die Möglichkeit nutzen, euren CO2-Verbrauch zu kompensieren. Stiftung Warentest hat die Anbieter verglichen. Am Besten schneiden AtmosfairKlima-Kollekte und Primaklima ab. Wir haben zum Beispiel unsere Autofahrten bei Atmosfair kompensiert, Kostenpunkt 50 Euro / Jahr.

Konsumiert bewusst! muss es immer Neu sein? Braucht ihr das wirklich? Die Produktion von neuen Gütern verschlingt Energie, Wasser, Ressourcen. Beispiel: Laut Statistischem Bundesamt verursachen wir in Deutschland jeweils 200 Kilogramm CO2-Emissionen für Kleidung und Textilien im Jahr. Schaut euch hier die “Konsumpyramide” an: https://utopia.de/ratgeber/nachhaltig-einkaufen-pyramide-konsum/

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Lasst Lebensräume bestehen! Ihr habt nen Garten oder Balkon? Schafft kleine Lebensräume, zum Beispiel mit einem Insektenhotel oder einem einfachen Laubhaufen. Pflanzt wild und bunt Blumen, Stauden, Bäume und Sträucher an und verzichtet auf Steinwüsten oder englischen Rasen.

Für MUMMY MAG habe ich übrigens schon vor Monaten ziemlich ausführlich über unseren Klima-Impact und auch über den Verlust der Biodiversität geschrieben. Dort findet ihr Zahlen, Fakten und weitere hilfreiche Links und Tipps. Zum Weiterlesen also:

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1 Comment

  • Reply Klimajahr 2021 - Was ist, was werden kann - Mum & still me 15. Januar 2021 at 11:52

    […] ihr im Kleinen beitragen könnt, um klimafreundlicher zu leben. 5 ganz einfache Ideen habe ich euch HIER zusammengeschrieben. Ihr müsst nicht perfekt sein. Jeder Schritt […]

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