#bleibtlaut : „Ich habe gelernt, dass es wichtig ist aufzustehen“

Kleine Zwischenbilanz zu meiner Blogparade – die Themen (Alltags-) Sexismus und sexuelle Übergriffe sind unbequem. Es ist nicht einfach, darüber zu schreiben. Ein paar tolle Blogs wollen sich meinem Aufruf anschließen, fünf Jahre nach #aufschrei weiter laut gegen Sexismus einzustehen. Ich bin schon gespannt auf deren Beiträge. Bislang wurde noch nichts eingereicht. Dafür haben mich verschiedene Frauen kontaktiert, die mir im Vertrauen ihre Geschichten erzählt haben. Eine davon hat zugestimmt, dass ich veröffentlichen kann, was ihr als junger Frau passiert ist. Erniedrigung, Demütigung, offene Machtdemonstration – das gegenüber einer jungen Babysitterin. Klingt nach Klischee. Ist aber wirklich passiert.

Die Betroffene hat mir geschrieben: „Ich habe gelernt, dass es wichtig ist aufzustehen damit es vielleicht irgendwann mal keine Frau / kein Mädchen / niemand erleben muss.”

Sie hat lediglich darum gebeten, ihren Namen nicht zu veröffentlichen, was ich gut verstehen kann. Hier ist also ihre Geschichte…

Sexuelle Übergriffe, Sexismus, bleibtlaut

Bildquelle: Pixabay (Creative Commons Lizenz CC0, User: Free-Photos)

„Er schlug mir mit der flachen Hand auf den Po“

„Ich war früher babysitten und bis ich 18 war ging das auch bei allen Familien mehr als gut. Dann kam eine Familie, die gut situiert war, beide Eltern waren Akademiker.

Eines Tages kam der Vater früher und zwang mich mich bis auf die Unterhose auszuziehen.

Dann sollte ich mich umdrehen und am Stuhl festhalten. Er schlug mir 10 mal mit der flachen Hand sehr feste auf den Po. Danach war alles vorbei, ich sollte mich anziehen und gehen.
Ich bin nie wieder hin. Konnte meiner Mutter aber auch erst Monate später erzählen warum. Sie ist dann hin, wollte ihn zur Rede stellen. Er sagte natürlich ich würde lügen.
Mama hat mir geglaubt aber manchmal fühlt es sich noch sehr merkwürdig an.
Nachdem er es als Mama da war schaffte glaubwürdig seine Frau zu überzeugen und ich, blöde wie man als 18 jährige ist, keine Fotos von den wirklich roten Po gemacht hatte, dachte ich dass es nichts bringt zur Polizei zu gehen.

Heute würde ich es einfach schon deshalb anzeigen, damit diese Menschen sehen, dass sie nicht einfach so davon kommen…

Aber ich wollte zu dem Zeitpunkt einfach nicht nochmal drüber sprechen. Mama hatte mir gereicht.“


Ich danke dir für deinen Mut. Ich will nicht wissen, wie häufig Frauen sexuelle Übergriffe verschweigen, weil sie Angst haben, dass ihnen niemand glaubt.

Ehrlich – ich habe überlegt, ob das mit der Blogparade ein Reinfall war, weil es bislang nur wenig Rückmeldung gab. Tatsache aber ist: jede einzelne der bisherigen Rückmeldungen war so wertvoll. Eure Geschichten zählen, sie werden gehört. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass dieser Mist irgendwann Geschichte ist. #bleibtlaut mit mir ❤

 

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