#bleibtlaut: Ich war schockiert und beschämt.

IMonate sind vergangen. Ursprünglich als Blogparade gedacht, weiß ich nun: die Themen Sexismus und sexuelle Gewalt taugen kaum dafür. Das liegt nicht etwas daran, dass die bisherigen Beiträge nicht gut wären. Im Gegenteil. Regine von https://raiseandshine.de/ schreibt über Sexismus im Job. Ein genialer Blogbeitrag, danke! Oder Bella von https://familieberlin.de/, die super klar macht, warum auch die, die keine Opfer sind, betroffen sind. Danke auch dir, liebe Bella.

Trotzdem merke ich – die, die Sexismus oder sexuelle Gewalt erfahren haben, möchten ungerne öffentlich unter ihrem Klarnamen darüber schreiben. Nicht, weil sie es unwichtig finden oder verschweigen möchten. Sondern weil sie sich nicht darüber definieren lassen möchten, was ihnen zugestoßen ist.

Oder weil das, was ihnen passiert ist, mehr ist als einfache Worte sein können.

Unendlich viel mehr. Ich habe einige Zuschriften erhalten, in denen Frauen mir für #bleibtlaut gedankt haben und mir im Vertrauen ihr Herz geöffnet haben. Ich durfte davon bereits eine Geschichte anonym veröffentlichen. Jetzt kam eine Bloggerin auf mich zu, die ebenfalls nicht genannt werden will – ich danke ihr so sehr für ihren Mut und für ihre Kraft. Ihre Geschichte lest ihr weiter unten. Geschichten wie diese ermutigen hoffentlich viele weitere Frauen aufzustehen.

Daher aber auch mein Resümee: wenn ihr eure Geschichten mit mir teilen wollt, wenn es politisch Neues dazu gibt, wenn mir etwas auf der Seele liegt dann braucht es #bleibtlaut weiterhin. Das ist keine einfache Blogparade, die irgendwann vorbei sein kann. Denn genau darum geht es ja. Wir bleiben laut. Gemeinsam.


Dann holte dieser Mann seinen Penis hinaus

Wir waren gerade auf dem Weg zu unserem sonntäglichen Familienausflug. Straßenbahn fahren ist immer ein Highlight, vor allem für unser kleines Zwergi. Voller Vorfreude saßen unser Zwerg, mein Mann und ich in der Bahn und genossen das städtische Flair. Mitten in der Stadt bei einer Haltestelle stieg ein Mann ein.

Er fiel mir gleich auf.

Er starrte mich an. Zunächst versuchte ich ihn und seine Blicke zu ignorieren. Doch ich spürte seine unangenehmen Blicke und so wagte ich einen Blick in seine Richtung. Er schaute mich an ohne seinen Blick von mir abzuwenden. Mir war die gesamte Situation mittlerweile mehr als unangenehm und ich lag mit meinem Gefühl genau richtig. Denn kurz bevor die Straßenbahn in die nächste Station einfuhr, griff dieser Mann in seine Hosentasche und holte, durch ein Loch im Hosensack, seinen Penis hinaus.

Nur ganz kurz, denn er stieg sofort aus, als die Bahn hielt.

Ich war schockiert und beschämt zugleich. Da saß doch mein Kind neben mir und ich war so schockiert, dass ich zu spät ein Wort sagen konnte. Denn die Bahn fuhr weiter und ich sah den Mann durch das Fenster in einen Supermarkt gehen.

Obwohl dies nicht der erste Vorfall sexueller Belästigung für mich als Frau war, brachte ich trotzdem kein Wort raus. Und wisst ihr was?

Ich ärgere mich so sehr.

Über mich, da ich mich nicht wehrte und über den Mann, der mich erst in diese Situation gebracht hatte. Dieser Vorfall ist nun etwa 2 Monate her und noch immer tippe ich voller Wut diese Zeilen.


Danke für deine Offenheit. <3

#bleibtlaut: Ich war schockiert und beschämt.

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